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Donald Henderson verstorben : Der Wissenschaftler, der die Pocken ausrottete

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Donald Henderson selbst bei einem Arztbesuch in Atlanta. Am Freitag verstarb er im Alter von 87 Jahren. Bild: Reuters

Seit 1980 ist die Welt pockenfrei - was Donald Henderson aus Ohio zu verdanken ist. Der Amerikaner entwickelte ein System, das bis heute verwendet wird. Am Freitag ist er im Alter von 87 Jahren gestorben.

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          Nur einmal ist es bisher gelungen, eine tödliche Infektionskrankheit vollständig zu besiegen und den Erreger auszurotten. Seit fast 40 Jahren hat es keinen Pockenfall mehr gegeben, und das verdankt die Welt vor allem einem Mann: Donald Ainslie Henderson. Der Amerikaner bekam 1966 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Auftrag, die Pockenviren auszurotten. Die Mission schien unmöglich. Viele glaubten, man habe den 38 Jahre alten Wissenschaftler nur ausgewählt, weil sich kein Älterer und Erfahrenerer für die Aufgabe hergeben wollte.

          Henderson, der 1928 in Lakewood in Ohio geboren wurde, hatte Medizin und anschließend Öffentliche Gesundheit an der Johns-Hopkins-Universität studiert. Vor seiner Berufung arbeitete er für die Nationalen Gesundheitsbehörden der Vereinigten Staaten. Nun sollte der Epidemiologe ein globales Immunisierungsprogramm auf den Weg bringen, und das in einer durch den Kalten Krieg geteilten Welt. Die Pocken, die im 20. Jahrhundert mehr als 300 Millionen Menschen töteten, kamen Mitte der sechziger Jahre in den westlichen Industrienationen zwar nur noch selten vor - der letzte Fall in Deutschland trat 1972 in Hannover auf. Doch in Brasilien, Südasien und Afrika wütete die Seuche weiter.

          Zu wenig Geld, Helfer und Impfstoffe

          Henderson erkannte schnell, dass er zu wenig Geld, Helfer und Impfstoff zur Verfügung hatte, um ganze Kontinente gegen die Pocken zu immunisieren. So entwickelte er eine Strategie, Ringimpfung genannt, die bis heute mit großem Erfolg eingesetzt wird: Bei einem Ausbruch suchte er jeweils den ersten Überträger und ließ dann alle Kontaktpersonen impfen. Besonderes Augenmerk legte er auch auf wichtige Knotenpunkte, wo Menschen regelmäßig zusammenkamen: etwa Märkte in den Städten oder Rastplätze auf den Routen der Lastwagenfahrer.

          Innerhalb von einem Jahrzehnt gelang es ihm so, die Pocken auszurotten. Der letzte bekannte Fall war 1977 ein Krankenhauskoch in Somalia. Seit 1980 ist die Welt pockenfrei, nur in einigen Hochsicherheitslaboren werden noch Pockenviren aufbewahrt. Nötig für das Programm der WHO waren 2,4 Milliarden Impfdosen und 200000 Impfhelfer in mehr als 70 Ländern. Die Kosten: 300 Millionen Dollar.

          Henderson wurde 1977 zum Dekan der Johns Hopkins School of Public Health berufen, was er bis zu seiner Emeritierung 1990 blieb. Der mit Auszeichnungen überhäufte Mediziner, der schon 1976 den Ernst-Jung-Preis bekam, ist am Freitag im Alter von 87 Jahren nach einem Hüftbruch in einem Krankenhaus in Towson in Maryland gestorben.

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