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Erbliches Risiko : Wenn das Herz auf einmal stillsteht

  • -Aktualisiert am

Arrhythmogene Herzerkrankungen sind in der Bevölkerung relativ unbekannt. Dabei kommt das Long-QT-Syndrom gar nicht so selten vor. Bild: dpa

65.000 Deutsche sterben jährlich an plötzlichem Herztod, viele von ihnen sind jung und vermeintlich gesund. Ihre Angehörigen sind oft gefährdet – ohne davon zu wissen.

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          Das Wochenende hatte Philipp bei der Familie seiner Freundin verbracht. Entspannt und gut gelaunt kam er am Sonntagabend in seine Kölner Studenten-WG zurück. Auf einen Tee saß er noch mit seinen Freunden zusammen, bevor er zu Bett ging. „Alles war ganz normal“, erzählt sein Vater Mario L. Am nächsten Morgen wunderten sich seine Mitbewohner, dass der Wecker in Philipps Zimmer nicht aufhörte zu klingeln, er nicht aufstand. Als sie schließlich nachschauten, lag Philipp reglos im Bett. Der Tod hatte ihn im Schlaf überrascht. In der Kölner Gerichtsmedizin stellte man später einen plötzlichen Herztod fest.

          Für Mario L. ist seither nichts mehr, wie es war. Philipp war sein einziges Kind, Vater und Sohn standen sich sehr nahe. Auf eigenen Wunsch wuchs Philipp bei ihm und seiner zweiten Frau im Pfälzer Wald auf. „Wir waren eine glückliche Familie.“ Das Abitur im örtlichen Gymnasium bestand Philipp als Jahrgangsbester. Eine Auszeichnung vom Kultusministerium gab es dazu, weil er sich für die Schulhomepage engagiert hatte. Ein Video mit ihm ist dort noch immer abrufbar. Es zeigt einen selbstbewussten, gut aussehenden Jugendlichen, der die Zukunft kaum erwarten kann. „Philipp wusste, was er wollte“, sagt sein Vater. Schon zwei Tage nach dem Abitur begann er ein Studium beim Bundesinnenministerium. Dort lernte er seine Freundin kennen. „Sie schmiedeten Pläne für eine gemeinsame Wohnung“, erzählt Mario L.

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