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Plan gegen Nikotinsucht : So will eine Behörde den Amerikanern das Rauchen abgewöhnen

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Den Zigarettenherstellern dürfte der Plan der amerikanischen Behörden nicht gefallen (Symbolbild). Bild: dpa

Nikotin macht süchtig, aber richtig gefährlich ist das Rauchen wegen der Gifte im Tabak. Aus dieser Erkenntnis leiten amerikanische Verbraucherschützer einen neuen Plan gegen die Abhängigkeit ab.

          Rauchen soll nicht mehr süchtig machen: Das ist das Ziel der einflussreichen amerikanischen Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA. Zu diesem Zweck solle der Nikotingehalt in Zigaretten reduziert werden, erklärte die Food and Drug Administration am Freitag (Ortszeit). Die Aktienkurse von amerikanischen Tabakkonzernen brachen nach der Bekanntmachung ein.

          FDA-Chef Scott Gottlieb sagte, die hohen Todesraten bei Rauchern seien auf den Suchtfaktor zurückzuführen. Zigaretten seien „das einzige legale Verbraucherprodukt, das die Hälfte aller Langzeitnutzer tötet“. Nach Angaben seiner Behörde sterben jedes Jahr fast eine halbe Million Amerikaner an den Folgen des Rauchens. Eine bessere Regulation von Tabakprodukten sei der beste Weg, um etwas für die öffentliche Gesundheit in den Vereinigten Staaten zu tun, sagte Gottlieb. Dabei sei zu beachten, dass die Raucher nicht direkt wegen des Nikotins stürben, sondern, weil sie durch den verbrannten Tabak viele andere giftige Stoffe aufnähmen. Neue Wege, das Nikotin aufzunehmen, könnten helfen, das Problem zu lösen. Denn so könnten Erwachsene auch weiterhin Nikotin aufnehmen, wenn sie das wollen, allerdings ohne Zigarettenqualm.

          Zigaretten blieben gefährlich und giftig, sagte Gottlieb. Aber wenn seine Vorstellungen Realität würden, hätten sie nicht mehr das Potential, Raucher süchtig zu machen. Die Behörde erwartet nun zunächst öffentliche Stellungnahmen von Tabakkonzernen und Verbraucherschützern, bevor sie sich zu möglichen Vorschriften für die Hersteller äußert.

          Als Reaktion auf die FDA-Ankündigung stürzten die Kurse großer Hersteller an der New Yorker Wall Street ab. Die Aktien des Produzenten Altria mit den Marken Marlboro und Chesterfield verloren zwischenzeitlich 19 Prozent an Wert. An der Londoner Börse gab British American Tobacco um fast sieben Prozent nach.

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