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Kampf gegen die Pandemie : Was Sie über die Corona-Impfstoffe wissen müssen

Impfstoffentwicklung im Hochsicherheitstrakt: In Schutzanzügen sind Mitarbeiter im Werk von IDT Biologika in Dessau-Roßlau in der Wirkstoffherstellung beschäftigt. Bild: dpa

Mit Astra-Zeneca präsentiert ein weiteres Unternehmen Daten zu seinem Impfstoff gegen das Coronavirus. Wie geht es nun weiter? Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

          4 Min.

          Das Coronavirus verbreitet sich auf der ganzen Welt weiter rasend schnell. Auch in Deutschland werden deswegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in dieser Woche höchstwahrscheinlich noch einmal verlängert und teilweise sogar verschärft. Umso größer sind die Hoffnungen, die jetzt in einen der möglichen Impfstoffe gelegt werden, die in den kommenden Wochen und Monaten zugelassen werden sollen. FAZ.NET gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Corona-Impfstoffen:

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wie viele Impfstoffe gibt es überhaupt?

          Der Impfstoffkandidat des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca gemeinsam mit der Universität Oxford ist nunmehr das dritte Vakzin, zu dem erste Wirksamkeitsdaten vorgelegt wurden. Schon in den vergangenen zwei Wochen hatten das Mainzer Unternehmen Biontech gemeinsam mit Pfizer sowie der amerikanische Konzern Moderna erste Daten vorgelegt. Insgesamt zählt die Weltgesundheitsbehörde gegenwärtig gut 200 Impfstoffprojekte, von denen knapp 50 in der klinischen Entwicklung und ungefähr ein Dutzend in der dritten und abschließenden Studienphase sind.

          Wie gut sind die Impfstoffe wirklich?

          Laut der nun veröffentlichten Zwischenanalyse zeigt der Impfstoff von Astra-Zeneca eine Wirksamkeit von bis zu 90 Prozent zum Schutz vor Covid-19, wenn er zunächst mit einer halben Dosis verabreicht wurde, gefolgt von einer vollen Dosis im Abstand von mindestens einem Monat. Ein anderes in der Studie getestetes Dosierungsschema zeigte eine Wirksamkeit von 62 Prozent, wenn zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat geimpft wurden. Die kombinierte Analyse beider Dosierungsschemata ergab eine durchschnittliche Wirksamkeit von 70 Prozent.

          Den ersten Daten zufolge ist das Vakzin damit etwas weniger vielversprechend als die der Konkurrenz. Die Partner Biontech und Pfizer erzielten in ihrer finalen Analyse sogar eine Rate von 95 Prozent, das Unternehmen Moderna erreichte in einer Zwischenanalyse ebenfalls 94,5 Prozent. Die Daten wurden jeweils von unabhängigen Fachleuten bewertet.

          Wie unterscheiden sich die Impfstoffe?

          Während die Impfstoffe von Biontech und Moderna auf einer neuen Technologie basieren, beruht das Vakzin von Astra-Zeneca, das mit der Universität Oxford entwickelt wird, auf einer herkömmlichen Herstellungsweise. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, der auf harmlosen Viren als Träger basiert. Forscher statten die Trägerviren so aus, dass dem Immunsystem eine Infektion vorgetäuscht wird, auf das es mit der Bildung von Antikörpern reagiert und so ein Immunschutz entsteht.

          Die Impfstoffe von Biontech und Moderna basieren dagegen auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln soll.

          Braucht es denn mehrere Impfstoffe?

          Zur Versorgung der Weltbevölkerung wird es mehr als nur einen Impfstoff brauchen, da mehrere Milliarden Dosen benötigt werden, die ein Hersteller allein niemals bewältigen könnte. Und dies übrigens insbesondere deshalb, weil die meisten der derzeit entwickelten Vakzine auf zwei Impfdosen basieren.

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