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Pakistan : Fünfmal mehr Masernopfer als 2011

Vorsorge: Die Impfrate gegen Masern liegt in Pakistan bei gerade mal 65 Prozent Bild: dapd

In Pakistan starben im vergangenen Jahr 306 Kinder an Masern. Nur 65 Prozent der Bevölkerung sind gegen die Krankheit geimpft - verheerende Überflutungen im Süden des Landes verschlimmern die Situation.

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          Die Zahl der an Masern gestorbenen Kinder hat sich in Pakistan innerhalb eines Jahres verfünffacht. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilt, starben im vergangenen Jahr 306 Mädchen und Jungen an der Infektionskrankheit. Das waren 242 mehr als 2011.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Einer der Gründe seien die verheerenden Überflutungen vor allem in den südlichen Teilen des Landes gewesen. Alleine in der Provinz Sindh, die 2010 von außergewöhnlich starken Monsunregen und Überschwemmungen heimgesucht wurden, bei denen gut 1700 Menschen ums Leben kamen, starben im vergangenen Jahr 210 Kinder am Masern-Virus.

          Impfrate von nur 65 Prozent

          Die meisten der Kinder kamen laut WHO durch mit der Krankheit einhergehende Lungen- oder Hirnentzündungen ums Leben. Einer der Gründe für die hohe Zahl sei auch die Unterernährung infolge der Flutkatastrophen. Zudem seien viele von ihnen nicht genügend immunisiert, sagte der für Pakistan zuständige WHO-Beauftrage, Guido Sabatinelli.

          Die Impfrate in dem Land betrage nur etwa 65 Prozent. Ziel von WHO und Vereinten Nationen ist es, alle Neugeborenen im Alter bis elf Monaten gegen Tuberkulose, Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis B, Meningitis, Haemophilus influenzae, Tetanus und Masern zu impfen.

          Die Impfkampagnen allerdings kamen in den vergangenen Wochen zum Teil zum Stillstand, weil mehrere Mitarbeiter von Unicef in Pakistan erschossen wurden, die Kinder gegen Kinderlähmung impfen wollten. Die radikalen islamistischen Taliban hatten im Juni Polio-Impfungen in ihren Stammesregionen verboten.

          Trotzdem findet in diesen Tagen im Süden des Landes als Reaktion auf den massiven Masernausbruch in Sindh eine neue großangelegte Impfaktion statt. Insgesamt sollen 1,3 Millionen Impfdosen verabreicht werden, wie Sabatinelli von der WHO mitteilte. Die WHO hofft, die Masern auf Dauer auch in Pakistan ausrotten zu können.

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