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Orgasmische Meditation : O, wann kommst du?!

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„Ich fasse dich jetzt an“: Teilnehmerin bei einem OM-Kurs 2009 in San Francisco. Bild: Noah Berger/The New York Times/R

Für manche ist „Orgasmische Meditation“ der Weg zu besserem Sex – für andere die Einstiegsdroge in eine Sekte. Eine Reise ins Zentrum des Imperiums.

          9 Min.

          Es war meine Freundin Caro, deren Liebesleben sich mit Mitte 40 radikal veränderte, nachdem sie ihren Mann bat: „Mach das bitte mit mir.“ Kein Besuch im Swinger-Club oder die besten Stellungen aus dem Kamasutra. Es waren 15 Minuten Konzentration auf ihre empfindlichste Körperstelle, einmal am Tag, nach gewissen Regeln, mit Handy-Timer und nach Video-Anleitung. Es nannte sich „Orgasmische Meditation“ – kurz OM, wie das Mantra –, aber es ging nicht um den Höhepunkt und auch nicht um Gesang. Etwas in ihr sei aufgebrochen, sagte sie: „Es hat mich mit allen Menschen verbunden und lebendiger gemacht.“

          Die Hoffnung, durch besseren Sex höhere Bewusstseinsstufen zu erreichen, ist nicht nur ein Relikt der Flower-Power-Bewegung. Die Wellness-Welle hat sie aufgegriffen, mit Psycho-Pop angereichert und in Selbsterfahrungskurse kanalisiert. Caro hatte das Video auf der Webseite eines Unternehmens aus Kalifornien gefunden, dessen Gründerin das OM-Konzept einst erfand und das es global vermarktet. Kern ist die Stimulation der Klitoris mit einem Partner. Das ist jedoch nicht Sex, sondern Achtsamkeit, so das Versprechen. Nicht Klimax, sondern Ganzkörperwonne. Ein Weg zum weiblichen Glück. Feminismus auf Viagra.

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