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Organspende : Frau Schneiders letzter Wunsch

Vor der Explantation: Uwe Heck, Koordinator für die Deutsche Stiftung Organspende (rechts), bespricht sich mit einem Kollegen. Bild: Frank Röth

Bei der Organspende zählt der Wille des Verstorbenen – sofern es einen Organspendeausweis gibt. Für Angehörige ist das oft mit Problemen verbunden.

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          Der Totenschein ist ausgestellt, gleich zwei Ärzte haben unterschrieben. Und trotzdem hebt sich ihr Brustkorb in monotoner Gleichmäßigkeit. Ihre Fingernägel sind sorgfältig manikürt, ihre Wangen rosig. Irgendwer hat ihr das kurze graue Haar nach hinten gekämmt. Davon gespürt hat sie nichts. Ihr Gehirn zeigt keine Reaktion mehr. Maschinen halten ihre Körperfunktionen aufrecht.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vier Wochen, bevor Inge Schneider, die eigentlich anders heißt, durch einen Hirnschlag aus dem Leben gerissen wurde, hatte sie ihrer Familie ihren Organspendeausweis gezeigt. Ein altes, abgegriffenes Stück Papier, ausgestellt 1982. Was sie damals entschieden habe, gelte auch noch heute, sagte sie. Die Familie wischte das Thema beiseite. Es war kurz vor Weihnachten – ein schlechter Zeitpunkt, um über den Tod zu reden.

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