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Telemedizin : Patienten wollen mit ihrem Arzt chatten oder mailen

  • Aktualisiert am

36 Prozent der Befragten können sich vorstellen mit Ärzten oder Krankenhäusern zu mailen. 16 Prozent taten dies bereits. Bild: dpa

Erinnerung per SMS, Online-Terminvereinbarung oder Videochat mit dem Arzt: Viele Patienten sind offen für digitale Angebote von Praxen und Krankenhäusern – und diese sollen sich längst nicht nur an Jüngere richten.

          Eine wachsende Anzahl von Patienten will auch online Termine beim Arzt vereinbaren können. Das fand eine repräsentative Umfrage von 1.005 Personen ab 16 Jahren heraus. 38 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, ihre Termine online zu vereinbaren, 26 Prozent täten dies bereits, teilte der Branchenverband Bitkom am Mittwoch in Berlin mit. 41 Prozent würden per WhatsApp oder Chat mit dem Arzt oder dessen Praxisteam zu kommunizieren. Jeder Zehnte habe ein solches Angebot schon einmal genutzt.

          Demnach möchten sich 39 Prozent der Patienten per SMS oder E-Mail an fällige Vorsorgeuntersuchungen erinnern lassen. 27 Prozent nutzten diesen Service bereits. Per E-Mail mit Ärzten oder Krankenhäusern in Kontakt treten würden 36 Prozent, 16 Prozent taten dies schon.

          „Digitale Angebote sollten weiter ausgebaut werden“

          Dabei sind alle der befragten Altersgruppen offen gegen über den digitalen Gesundheits-Angeboten. „Gerade kranken oder körperlich beeinträchtigten Menschen sollte man den Kontakt mit dem Arzt so einfach wie möglich machen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Das beginnt bei der Online-Terminvereinbarung und hört bei der Kommunikation via Chats und Messenger nicht auf. Der Service im Gesundheitswesen kann durch solche Angebote schnell und wirksam verbessert werden. Die digitalen Angebote für Patienten sollten weiter ausgebaut werden.“

          Auch in anderen Bereichen befürworten viele der Befragten die digitalen Angebote. So können sich 6 von 10 Befragten (58 Prozent) vorstellen, dass während einer Operation Spezialisten aus der Ferne per Video in den OP-Saal geschaltet werden, um dem ausführenden Arzt Hinweise und Hilfestellungen zu geben. Fast jeder Zweite (49 Prozent) würde via Telemedizin Ärzte aus dem Ausland konsultieren, etwa um eine zweite Meinung einzuholen.

          Digitale Patientendaten

          Auch an der Digitalisierung ihrer Patientendaten zeigen die Deutschen großes Interesse: 47 Prozent können sich die telemedizinische Überwachung ihres Gesundheitszustandes vorstellen. Der Arzt kann so etwa bei chronisch kranken Menschen Blutdruck oder Blutzuckerwerte aus der Ferne überprüfen. Jeder Vierte (26 Prozent) möchte außerdem seine Untersuchungsergebnisse wie MRT-Befunde in digitaler Form, etwa auf CD bekommen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) hat von diesem Service schon einmal Gebrauch gemacht.

          „Digitale Technologien bieten in der Gesundheitsbranche enorme Vorteile“, betont Rohleder. „Jetzt ist wichtig, dass Ärzte, Kliniken und Krankenkassen die technischen Möglichkeiten für sich selbst konsequent nutzen und allen Patienten zur Verfügung stellen. Leistungsfähige Patientenversorgung wird künftig nur noch mit digitaler Unterstützung funktionieren – insbesondere da, wo Fachärzte fehlen oder lange Wege für einen Arztbesuch notwendig sind. Telemedizinische Angebote müssen daher umfassend in die Regelversorgung mit aufgenommen werden.“   

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