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Dialyse zu Hause : Endlich wieder Herrin über mein Leben sein

  • -Aktualisiert am

Blutreinigung: Patientin an einem Dialysegerät im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden. Bild: dpa

Nierenversagen wird in Deutschland zur Volkskrankheit. Doch wie versorgen wir alle Patienten? Und: Muss man dazu unbedingt ins Zentrum?

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          Es waren nur ein paar Worte, doch sie veränderten Stefanie Neuhäusers Leben radikal: „Sie müssen zur Dialyse!“, teilte ihr der behandelnde Arzt im September 2014 mit. Damals war die Juristin erst 39, litt aber bereits seit drei Jahren an IgA-Nephritis, einer chronischen Erkrankung der Nierenkörper. Ohne erklärbaren Grund war die Autoimmunerkrankung bei ihr ausgebrochen und hatte ihre beiden Nieren so stark schrumpfen lassen, dass diese ihre Funktion nicht mehr ausreichend ausüben konnten. Statt weiterhin deutschlandweit unterwegs zu sein, um Führungskräfte zu coachen, musste die junge Frau nun dreimal wöchentlich ins Dialysezentrum nach Bochum.

          Etwa neun Millionen Deutsche leiden unter einer chronischen Nierenkrankheit. Wie Stefanie Neuhäuser sind rund 90000 von ihnen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) auf Dialyse angewiesen. Allerdings könnten es in Zukunft deutlich mehr werden: Nach Berechnungen des IGES-Instituts wird sich die Zahl der Dialysepatienten bis 2020 auf über 100000 erhöhen. Diese Entwicklung liegt auch an unserer immer älter werdenden Gesellschaft. Schon heute hat laut DGfN etwa die Hälfte der Menschen im Alter von 75 Jahren ein chronisches Nierenleiden. „Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht schädigen die Gefäße, so dass die Nierenfunktion rasant abnehmen kann“, sagt Andreas Kribben, Direktor der Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum Essen und DGfN-Präsident.

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