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Niederländische Forscher : Neues Organ im Rachen entdeckt

Neu entdeckt: Ein Paar länglicher Speicheldrüsen umschließt die Verbindung zum Mittelohr. Bild: Science Direct

Mediziner eines Krebsforschungsinstituts in Amsterdam sind auf ein neues Organ im Rachen gestoßen. Es besteht aus zwei paarig angeordneten Speicheldrüsen, die noch niemand vorher beschrieben hatte.

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          Es ist ein wissenschaftlicher Fund, der an die großen Entdeckungen der Renaissancezeit erinnert: Weit hinten im Nasenrachenraum, wo kein modernes Anatomiebuch der Welt eine Lücke oder Besonderheit erkennen lässt, haben niederländische Forscher quasi ein neues Organ entdeckt. Es besteht aus zwei paarig angeordneten Speicheldrüsen, die noch niemand vorher beschrieben hatte. Matthijs Valstar und seine Kollegen vom Nationalen Krebsforschungsinstitut in Amsterdam sind darauf mit einem normalerweise für die Sichtbarmachung von Prostata-Tumoren verwendeten Bildgebungsverfahren namens PSMA PET/CT gestoßen.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Bei dem Verfahren werden durch ein Kontrastmittel Moleküle sichtbar gemacht, die Details von Tumorgewebe verraten. Als die Mediziner allerdings die Aufnahmen von etwa hundert Krebspatienten genauer studierten, entdeckten sie am Ausgang der Eustachischen Röhre – der Verbindung zum Ohr – eine paarige Ansammlung von jeweils vier Zentimeter langem Drüsengewebe, das nie gesondert erwähnt worden war.

          Im Nasenrachenraum sind die Speicheldrüsen klar definiert: Zu Hunderten liegen sie winzig klein und gleichmäßig verteilt an der Oberfläche des Gewebes. Dazu kommen drei größere Paare von Speichel produzierenden Drüsen unter der Zunge, im Unterkiefer und in den Wangen. Ohne den von ihnen produzierten Speichel ist ein vernünftiges Schlucken oder Verdauen von Nahrung kaum möglich. Außerdem bildet das Sekret die erste Barriere für Keime von außen.

          Die neuen Drüsen, das hat die Obduktion zweier Krebsopfer gezeigt, enthalten unterschiedliche, spezialisierte Zellen. Deshalb wurden sie von den Wissenschaftlern auch als eigenständiges Organ definiert. Vermutlich, so schreiben sie in der Fachzeitschrift „Radiotherapy and Oncology“, befeuchtet dieses von ihnen „Tubarius-Drüse“ genannte Organ den Eingang der Eustachischen Röhre im Nasenrachenraum und damit die Verbindung zum Mittelohr.

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