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Neue Ebola-Fallzahlen : 4877 Tote

  • -Aktualisiert am

Zur Sicherheit vor Ebola: Mitarbeiter eines „dead body management teams“ des liberianischen Roten Kreuzes bereiten sich in Monrovia darauf vor, eine Leiche aus einem Wohnhaus zu holen Bild: Daniel Pilar

Die Weltgesundheitsorganisation hat die neuesten Ebola-Fallzahlen veröffentlicht. Diese sollen allerdings hinter den tatsächlichen Zahlen zurückliegen. Unterdessen stellt die EU-Kommission Forschungsgelder bereit.

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          Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Ebola-Fallzahlen veröffentlicht. Laut dem aktuellen Bericht erkrankten bis zum 19. Oktober 9936 Menschen an der Infektionskrankheit. 4877 Menschen starben bisher an Ebola. Zurzeit sind fünf Länder von der Epidemie betroffen: Guinea, Liberia, Sierra Leone, Spanien und die Vereinigten Staaten. Hinzu kommen Nigeria und Senegal, die am Sonntag beziehungsweise Freitag vergangene Woche als frei von Ebola erklärt wurden. In Spanien wurde die Ebola-infizierte Krankenschwester am Dienstag zum zweiten Mal negativ auf Ebola getestet. Sobald 42 Tage vergangen sind und keine neuen Fälle auftreten, wird auch Spanien als Ebola-frei deklariert.

          Die WHO nimmt an, dass die bekannten Fallzahlen hinter den tatsächlichen zurückliegen. Besonders in Monrovia, der Hauptstadt Liberias, würden nicht alle Fälle gemeldet.

          Bild: F.A.Z.

          In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia haben die Gesundheitsministerien 9911 Ebola-Fälle gemeldet; 4868 Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben. Die höchsten Fallzahlen hat Liberia (4665). Allein in der vergangenen Woche wurden 444 neue Ebola-Fälle gemeldet. Das war in den vergangenen vier Wochen die höchste Zahl an Neuerkrankungen. In Sierra Leone hatten seit dem Ausbruch der Krankheit nun alle Distrikte mindestens einen Ebola-Fall. Am schlimmsten ist nach wie vor die Hauptstadt Freetown betroffen. In der vergangenen Woche meldete Sierra Leone 325 neue Fälle. In Guinea sind, im Gegensatz zu Sierra Leone und Liberia, bisher noch nicht alle Regionen von Ebola betroffen.

          Unter den 4877 Ebola-Opfern befinden sich 244, die im Gesundheitswesen gearbeitet haben. Insgesamt haben sich 443 Menschen, die für die Behandlung von Ebola-Patienten zuständig waren, selbst infiziert. Die WHO untersucht nun, wie das geschehen konnte. Man gehe aber davon aus, dass sich ein großer Teil des infizierten Pflegepersonals nicht in einem Behandlungszentrum angesteckt habe.

          EU-Kommission stellt Gelder zur Forschung bereit

          Unterdessen hat die EU-Kommission am Donnerstag angekündigt, 24,4 Millionen Euro für die Ebola-Forschung bereitzustellen. Die EU fördert insgesamt fünf Projekte, die sich unter anderem der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes widmen. Mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg wird auch ein deutsches Projekt gefördert.

          Die Ärzte des Ende Oktober in Hamburg entlassenen Ebola-Patienten haben nun im „New England Journal of Medicine“ einen Fallbericht veröffentlicht. Der Mann hatte sie zuvor von ihrer Schweigepflicht entbunden. Der Fall zeige, so die Mediziner, dass mit der üblichen intensivmedizinischen Behandlung eine erfolgreiche Therapie möglich sei. Der WHO-Mitarbeiter war im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ohne experimentelle Medikamente gesund geworden. Neben den intensivmedizinischen Begleittherapien können offenbar auch relativ unkomplizierte Infusionen eine entscheidende Rolle bei der Rettung von Ebola-Kranken spielen.

          Überraschend für die Mediziner sei unter anderem der hohe Flüssigkeitsverlust über den Stuhl gewesen. Zeitweise habe der Mann bis zu zehn Liter Flüssigkeit verloren, die durch Infusionen substituiert werden mussten. Die erfolgreiche Therapie beweise, dass auch Ebola-Patienten in Westafrika gute Überlebenschancen hätten. Außerdem teilte das Klinikum mit, dass sich, obwohl es für die einzige deutsche Studie zu einem Ebola-Impfstoff bisher noch keine Genehmigung gibt, bereits zahlreiche Freiwillige für die Testphase gemeldet hätten.

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