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Nach Meningitis-Todesfall : Großangelegte Suche nach Kontaktpersonen

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Nach dem Tod einer Schweizer Schülerin an einer ansteckenden Form von Hirnhautentzündung hat die Berliner Gesundheitsverwaltung ein Krisentelefon geschaltet. Gesucht wird nach Menschen, die mit der Schülerin Kontakt gehabt haben könnten.

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          Nach dem Tod einer Schweizer Schülerin an einer ansteckenden Form von Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) hat die Berliner Gesundheitsverwaltung ein Krisentelefon geschaltet. Seit Mittwochvormittag können sich unter der Nummer 030/9028-2828 Menschen melden, die in Berlin mit der Schülerin Kontakt gehabt haben könnten. Dazu zählen zum Beispiel Besucher, die am 15. und 17. Oktober in der Berliner Diskothek „Matrix“ waren, sagte Sprecherin Marie-Luise Dittmar am Mittwoch. Gesucht werde auch noch eine Geografie-Studentin mit dem Vornamen Mia, die mit der Schweizer Schülerin Mitte Oktober im gleichen Zugabteil von Zürich nach Berlin gereist ist.

          Eine Meningokokken-Meningitis kann durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dazu reicht bereits ein Husten oder Niesen. Auch das Trinken aus einem Glas, zum Beispiel in der Diskothek, könne zu einer Ansteckung führen, ergänzte Sprecherin Dittmar. Besonders anfällig für diese schwere Form der Hirnhautentzündung sind neben kleinen Kinder vor allem Jugendliche.

          Fast alle Kontaktpersonen erreicht

          Seit dem Tod der Schülerin am Montag hat die Gesundheitsverwaltung einen großen Teil der Menschen, die mit ihr Kontakt hatten, bereits erreicht. Dazu zählten alle Mitschüler, Betreuer, alle Reisegruppen im selben Hotel sowie das medizinische Personal im Krankenhaus, in dem die 18-Jährige starb, sagte Dittmar. Sie alle hätten vorbeugend Medikamente erhalten. Mögliche andere Betroffene müssten sich selbst melden.

          Hirnhautentzündungen können durch Viren und Bakterien verursacht werden. Die Sterblichkeitsrate bei einer Meningokokken-Erkrankung beträgt 5 bis 10 Prozent. 2007 starben in Berlin zwei Menschen an dieser Infektion, bundesweit waren es 37. Bei der Schweizer Schülerin ist die Krankheit in diesem Jahr in Berlin zum ersten Mal tödlich verlaufen.

          Meningitis ist eine Entzündung der Gehirn- und Rückenmarkhaut. Die durch einen Virus ausgelöste Hirnhautentzündung kann harmlos verlaufen. Dagegen ist die sporadisch auftretende bakterielle Meningitis gefährlich. Sie kann durch Meningokokken verursacht werden und führt unbehandelt zu schweren Krankheitsbildern oder sogar zum Tod. Menschen, die mit infizierten Patienten der bakteriellen Meningitis Kontakt hatten, müssen vorsorglich behandelt werden. Dabei werden Antibiotika eingesetzt.

          Typische Anzeichen der gefährlichen Erkrankung sind plötzliches hohes Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteife, Mattigkeit, Schüttelfrost, Schwindel und Erbrechen. In schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen kommen. Für eine Meningokokken-Meninigitis sind vor allem Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche anfällig. Die ansteckende und mitunter tödliche Krankheit ist meldepflichtig. Bei jedem Verdacht sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. In Deutschland sind im vergangenen Jahr 37 Menschen an einer Meningokokken-Meningitis gestorben.

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