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Studie einer Krankenkasse : Nach Kaiserschnitt sind Kinder öfter krank

Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht wurden, werden laut einer Studie öfter krank als Kinder, die vaginal geboren werden. Bild: dpa

Laut dem Report haben Kaiserschnitte für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen als vielen bisher bewusst sei: Sie erkanken beispielsweise häufiger an ADHS, leiden öfter an Ernährungsproblemen und anfälliger für Adipositas.

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          Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben später mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Nach einer Studie der Techniker-Krankenkasse, die dafür ihre Versichertendaten ausgewertet hat, haben Kaiserschnitt-Kinder ein um zehn Prozent höheres Risiko, in den ersten acht Lebensjahren an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Das Risiko für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen sei um neun Prozent höher, das einer übergroßen Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität (ADHS) um 16 Prozent. Der Report belege ferner Auffälligkeiten bei Ernährungsproblemen (elf Prozent höheres Risiko), bei Magen-Darm-Erkrankungen (sieben Prozent) und Adipositas (36 Prozent).

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Kaiserschnitte hätten für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen als vielen bisher bewusst sei, sagte der TK-Vorsitzende Jens Bass, der selbst Chirurg war. Im Interesse der Kinder müssten medizinisch nicht notwendige Kaiserschnitte vermieden werden. „In vielen deutschen Kreißsälen wird immer noch zu oft zum Messer gegriffen“, sagte Baas.

          Deutschland habe 2017 mit einer Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent aller Klinikentbindungen über dem westeuropäischen Durchschnitt von 27 Prozent gelegen. Die Weltgesundheitsorganisation schätze sogar, dass im Schnitt nur bei zehn bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt unbedingt medizinisch erforderlich sei.

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