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Mutter-Kind-Kur : Mama kann nicht mehr

Tina Blessig mit Mutter Romy, der vor der Kur alles zu viel wurde. Bild: Jan Roeder

Familie, Arbeit, durchgetakteter Alltag. Manchmal wird das alles zu viel. Zeit für eine Mutter-Kind-Kur. Romy und Tina Blessig würden wieder Koffer packen.

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          In Romy Blessigs Leben gab es keinen großen Knall, keinen dramatischen Burnout, kein spektakuläres Schlüsselerlebnis. Es gab nur das schleichende Gefühl, dass alles zu viel ist, was ihren Tag stranguliert. „Seit zehn Jahren bin ich ganztags berufstätig und trage die Verantwortung, dass es daheim läuft“, sagt Romy Blessig. „Kein Wunder, dass ich reif für die Kur war. Ich hatte das Gefühl, es passt was nicht, ich muss in meinem Leben etwas ändern.“ Sie klingt nachdenklich. Romy Blessig ist gerne Mutter, gerne Ehefrau, arbeitet gerne im Controlling eines Pharmaunternehmens und meist auch ganz gerne im Haushalt. In der Summe ist das viel.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Die in Unterhaching bei München lebende 39-Jährige neigt nicht dazu, die Dinge schwerzunehmen. Sie ist eher eine von der anpackenden Sorte, von Natur aus lebenslustig. Eine, die dem Drängen des Kindes nachgibt, Meerschweinchen anschafft und für das Duo eine Bodenheizung in den Stall baut. Eine, die am Wochenende ihre Schlittschuhrunden dreht, eine, die ihre Nachbarn spontan zum Wintergrillen einlädt. Und eine, die sich wundert, wie sich die Dinge summieren, die sie erledigt. Aufbegehrt hat ihr Körper, er meldete sich mit Magen-Darm-Problemen und Herzstolpern. Ein Paradefall für Psychosomatiker.

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