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Medizin : Viagra und Erblindung: Ein Fall für die Behörden

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Nicht alles, was stützt, hilft auch dem Aktienkurs Bild: dpa

Wegen Berichten über Blindheit nach Einahme des Potenzmittels Viagra spricht der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer mit der Gesundheitsbehörde FDA über Änderungen der Einnahmehinweise.

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          Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA untersucht vereinzelte Berichte über eine Erblindung von Nutzern der Potenzmittel Viagra und Cialis. Bislang gebe es aber keine Hinweise darauf, daß die Medikamente Ursache der Erblindung seien, erklärte FDA-Sprecherin Susan Cruzan am Freitag in Washington.

          In den bislang bekannten Fällen wurde ein Schlaganfall des Auges diagnostiziert, in der Fachsprache NAION (Nonarteric Ischemic Optic Neuropathy) genannt. Diese Art von Blindheit kann bei Männern auftreten, die an Diabetes oder einer Herzerkrankung leiden. Beide Erkrankungen können auch zu Impotenz und damit zur Einnahme von Viagra oder Cialis führen.

          Der FDA liegen 42 Berichte über Fälle einer derartigen Erblindung vor, 38 davon traten nach der Einnahme von Viagra, vier nach der Einnahme von Cialis auf.

          Die Aktie sinkt

          Die Pfizer-Aktie büßte im frühen Handel an der Wall Street 2,7 Prozent auf 28,11 Dollar ein. Im ersten Quartal hatte Pfizer mit dem Potenzmittel einen Umsatz von 438 Millionen Dollar erwirtschaftet, ein Plus von fünf Prozent binnen Jahresfrist. Das Mittel steht im Wettbewerb mit den Potenzpillen Cialis von Eli Lilly und Levitra von Bayer. Allein Viagra wird weltweit von mehr als 23 Millionen Männern eingenommen.

          Ein Sprecher der Herstellerfirma Pfizer bestätigte, daß Gespräche mit der FDA darüber geführt würden, einen Hinweis auf derartige Fälle im Beipackzettel aufzunehmen. Er betonte aber, daß es keinen Beweis dafür gebe, daß Viagra die Erblindung verursacht habe. Männer, die Viagra nähmen, hätten häufig auch einen hohen Blutdruck und einen hohen Cholesterinspiegel - auch dies gelte als Risikofaktor für eine Erblindung. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Potenzpille zählen laut dem Pharmaunternehmen Kopfschmerzen, Gesichtsröte und Übelkeit. Weniger häufig träten kurzzeitige Blausichtigkeit, eine verschwommene Wahrnehmung oder Lichtempfindlichkeit auf.

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