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Nicht ausreichend geimpft : Masernfälle im vergangenen Jahr fast verdreifacht

  • Aktualisiert am

Masern sind eine hochansteckende Krankheit (Symbolbild) Bild: dpa

Im vergangenen Jahr zählte das Robert-Koch-Institut deutlich mehr Masernfälle als im Vorjahr, ein Mensch starb an dem Virus. Besonders aus einem Bundesland wurden viele Erkrankungen gemeldet.

          Im vergangenen Jahr hat es fast dreimal so viele Masernfälle in Deutschland gegeben wie im Vorjahr. 2017 wurden insgesamt 929 Masernerkrankungen übermittelt, darunter ein Todesfall, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin mitteilte. 2016 wurden hingegen nur 325 Fälle registriert, 2015 zählte mit 2464 Fällen zu einem der masernreichsten Jahre seit Beginn der Meldepflicht.

          Die weitaus höchste Fallzahl wurde im vergangenen Jahr aus Nordrhein-Westfalen mit 520 Erkrankungen gemeldet, auch Hessen, Berlin, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg waren häufiger betroffen. Sieben Bundesländer übermittelten allerdings auch weniger als zehn Fälle im ganzen Jahr.

          Die Bilanz für das erste Halbjahr 2018 fällt etwas besser aus. Es sind weniger neue Fälle von Masern in Deutschland erfasst worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bis 30. Juni erkrankten nachweislich 387 Menschen an dem hochansteckenden Virus. Besonders hohe Fallzahlen gibt es bisher erneut in Nordrhein-Westfalen (173 Fälle), Baden-Württemberg (69) und Bayern (57). 2017 waren bis zur Jahresmitte knapp 800 Betroffene gezählt worden. Ähnliche Schwankungen der Gesamtzahlen gab es stets in den vergangenen Jahre. Schon länger sieht das RKI bei Masernzahlen aber keine rückläufige Tendenz mehr.

          Die zweite Masernimpfung erfolgt oft nicht

          Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) strebt die Elimination der Masern an. Die Krankheit geht mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Sie schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

          Nach Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 waren die Masernfälle aufgrund steigender Impfquoten zunächst deutlich zurückgegangen. Seit einigen Jahren beobachtet das RKI allerdings eine Stagnation. Jahre mit weniger Erkrankungsfällen würden von Jahren mit zum Teil ausgedehnten Ausbrüchen und vielen Masernfällen abgelöst.

          Deutschland verfehlt nach wie vor das Masernimpfziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zwar sind im Bundesdurchschnitt die Impfquoten der Kinder zum Zeitpunkt der Einschulung gut. Es gibt aber Land- und Stadtkreise sowie bestimmte Bevölkerungsgruppen, in denen nicht ausreichend gegen Masern geimpft wird.

          Vor allem die zweite Masernimpfung erfolgt häufig zu spät und nicht wie empfohlen vor dem zweiten Geburtstag. Aber auch die großen Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind mit Grund für größere Masernausbrüche.

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