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Masernfälle in Hildesheim : Schulverbot für Kinder ohne Impfung

  • Aktualisiert am

Schützt gegen die Masern-Erkrankung: Eine Impfung. Bild: dpa

Nachdem im Landkreis Hildesheim mehrere Menschen und ein Säugling an Masern erkrankt sind, will eine Schule 28 Schüler ohne Impfschutz vom Unterricht ausschließen. Das Schulverbot soll mehrere Wochen gelten.

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          Nach dem Auftreten neuer Masernfälle im Landkreis Hildesheim werden voraussichtlich 28 Schülerinnen und Schüler ohne ausreichenden Impfschutz ihre Schule vorerst nicht mehr betreten dürfen. Das Verbot gelte bis zum 20. Dezember, teilte der Landkreis am Donnerstag nach der Überprüfung des Impfstatus von Schülern und Beschäftigten mit. Bei zwei Lehrkräften seien die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen.

          Bis Mittwoch waren vier Menschen im Landkreis Hildesheim an Masern erkrankt, nachdem sich ein Erwachsener auf einer Thailand-Reise infiziert hatte und danach mehrere Menschen im Umfeld angesteckte, darunter auch ein Säugling aus dem Nachbarkreis Peine. Eine weitere Person sei erkrankt, als sie auf einer Veranstaltung in einer örtlichen Oberschule in flüchtigen Kontakt zu der erkrankten Person gekommen war.

          Das Gesundheitsamt des Landkreises riet abermals allen Besuchern eines Adventsbasars der Oberschule Söhlden, einen Arzt aufzusuchen. Sollte sich jemand angesteckt haben, würden von kommenden Montag an erste Krankheitsanzeichen wie Husten, wässriger Schnupfen oder Bindehautreizungen auftreten. Danach folgten die für Masern typischen Hautflecken.

          Erst vor wenigen Wochen hatte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das Eltern vom kommenden Jahr an mit einem Bußgeld von bis zu 2500 Euro belegt, wenn sie ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen. Demnach müssen alle Kindergarten- und Schulkinder vom 1. März 2020 an beide Schutzimpfungen gegen Masern bekommen haben, die von Fachleuten empfohlen werden. Auf diese Weise sollen die Impfquoten in der Bevölkerung erhöht werden. Laut offiziellen Angaben haben zuletzt zwar mehr als 97 Prozent der Kinder die erste Impfung gegen Masern erhalten, aber nur etwa 93 Prozent der Schulanfänger die wichtige zweite. Ohne sie ist der Schutz gegen die Infektionskrankheit nicht ausreichend.

          Masern-Fälle haben sich weltweit 2018 verdoppelt

          Im vergangenen Jahr sind schätzungsweise weltweit 140.000 Menschen an den Folgen von Masern gestorben, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. Dies geht aus den neuesten Schätzungen hervor, die am Donnerstag von der Weltgesundheitsorganisation und der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC im Auftrag der Measles and Rubella Initiative veröffentlicht wurden.

          Im Vergleich zu 2017 haben sich die weltweiten Masern-Fälle im vergangenen Jahr den Angaben zufolge mehr als verdoppelt. Auch in diesem Jahr lagen die Zahlen demnach bislang gefährlich hoch. Laut Weltgesundheitsorganisation wurden in den ersten elfeinhalb Monaten des Jahres 2019 bereits mehr 413.000 Masern-Erkrankungen weltweit registriert – verglichen mit 353.236 im Vorjahr.

          Allein in der Demokratischen Republik Kongo wurden in diesem Jahr bereits 250.000 Masern-Fälle gemeldet. Rund die Hälfte aller neuen Masern-Ausbrüche wurden in der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Somalia und der Ukraine registriert.

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