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Masern in Berlin : Ärztekammer fordert Impfpflicht

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Fordert die Impfpflicht: Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer Bild: dpa

Angesichts des Masern-Ausbruchs in Berlin werben Ärzte und Kassen für Impfungen. Der Tod eines Kleinkindes heizt die Debatte an.

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          Nachdem in Berlin ein Kleinkind an Masern gestorben ist, hat der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, Konsequenzen gefordert: „Spätestens der tragische Todesfall in Berlin sollte Anlass sein, jetzt zu einer Impfpflicht gegen Masern zu kommen.“ Die eigenen Kinder nicht gegen Masern impfen zu lassen, sei verantwortungslos, sagte er den „Ruhr Nachrichten“.

          Ähnlich äußerte sich der Chef des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann. Er appellierte an Eltern, ihre Kinder gegen Masern impfen zu lassen. „Wenn es um das Leben von Kindern geht, die noch nicht allein entscheiden können, sollten wir auch einmal aufhören zu diskutieren und uns an das halten, was uns Medizin und Wissenschaft lehren“, sagte Graalmann der „Rheinischen Post“. Eine Krankheit, die schwerwiegende Schäden zufügen und als Spätfolge im Erwachsenenalter eine Hirnhautentzündung verursachen könne, dürfe nicht bagatellisiert werden.

          In Berlin grassiert zurzeit die schlimmste Masern-Welle seit Einführung der Meldepflicht. Am Montag war bekanntgeworden, dass ein an Masern erkrankter anderthalbjähriger Junge gestorben ist. Die Erkrankungen lösten eine Debatte über eine Wiedereinführung der Impfpflicht aus. Die Bundesregierung setzt trotz des Massenausbruchs vorerst auf Beratung. Die Impflücke müsse durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen geschlossen werden, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). „Wenn das nicht gelingt, ist eine Impfpflicht kein Tabu, aber sie steht jetzt nicht an.“

          Das in Berlin gestorbene Kleinkind war nicht gegen die Viruserkrankung geimpft. Es sei am 18. Februar in einem Krankenhaus gestorben, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU). Die Charité, wo der Junge behandelt worden war, teilte zunächst mit, die Todesursache sei noch nicht abschließend untersucht, bestätigte am Dienstag aber Masern als Todesursache. Der eineinhalbjährige Junge habe auch eine andere Erkrankung gehabt, die aber ohne die Maserninfektion „nicht zum Tode geführt hätte“.

          Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen. Laut Statistik sterben zwei von 1000 Patienten an den Folgen einer Masern-Infektion.

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