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Lebenserwartung : Gestorben wird später

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Bild: dpa

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt nicht nur bei Neugeborenen immer weiter - auch Sechzigjährige haben statistisch mehr Monate vor sich als früher. Die gute Nachricht für Männer: Sie holen gegenüber den ohnehin langlebigeren Frauen auf.

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          pps. FRANKFURT, 19. Oktober. Die Lebenserwartung in Deutschland steigt nicht nur bei Neugeborenen immer weiter - auch Sechzigjährige leben nach der neuen Sterbetafel einige Monate länger als ihre gleichaltrigen Zeitgenossen noch vor fünf Jahren. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, kann ein heute 60 Jahre alter Mann damit rechnen, noch 20,3 Jahre zu leben. Eine 60 Jahre alte Frau lebt der Statistik nach sogar noch 24,3 Jahre. Auch wenn Frauen noch immer wesentlich länger leben als Männer, so ist doch die Differenz seit 1980 kontinuierlich kleiner geworden. Anfang der achtziger Jahre wurden neugeborene Mädchen rund 6,63 Jahre älter als neugeborene Jungen - 77,09 zu 70,46 Jahre -, nun sind es noch 5,57 Jahre. Einer der Gründe könnte nach Angaben des Bundesamtes sein, daß sich die Lebensweisen von Frauen und Männern weiter angepaßt haben. So seien zum Beispiel berufstätige Frauen zunehmend den gleichen stressbedingten Risiken wie Männer ausgesetzt.

          Nach der aktuellen Sterbetafel der Jahre 2003/2005 wird ein neugeborener Junge 76,21 Jahre alt und ein Mädchen 81,78. Allerdings gibt es in den Bundesländern zum Teil erhebliche Unterschiede. Die höchste Lebenserwartung wird in Baden-Württemberg verzeichnet: Sie beträgt bei der Geburt für einen Jungen 77,64, für ein Mädchen 82,69 Jahre. Die niedrigste Lebenserwartung von Jungen ist mit 74,03 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Bei den Mädchen liegt sie mit 80,49 Jahren im Saarland am tiefsten.

          Kein Ost-West-Gefälle mehr

          Ein schlichtes Ost-West-Gefälle gibt es nicht mehr. So haben neugeborene Mädchen in Sachsen in den vergangenen zehn Jahren erheblich aufgeholt: Sie werden im Schnitt 82,00 Jahre alt (Jungen nur 75,58 Jahre). Damit liegt Sachsen im Ländervergleich auf Platz drei. Insgesamt hat sich der einstige Abstand zwischen dem früheren Bundesgebiet und den sogenannten neuen Ländern - ohne Berlin - weiter verringert: Neugeborene Mädchen leben im Westen im Schnitt noch rund 0,3 Jahre länger, Jungen etwa 1,4 Jahre. Warum ausgerechnet die Lebenserwartung von Mädchen im Saarland besonders gering ist, läßt sich nicht genau sagen. Mecklenburg-Vorpommern schneidet auch nach der aktuellen Sterbetafel wohl auch deshalb wieder wesentlich schlechter ab als die meisten Bundesländer, weil viele junge und gesunde Einwohner wegen der hohen Arbeitslosigkeit das Land verlassen. Zudem ist die gesundheitliche Versorgung in großen Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern schlechter als zum Beispiel in den drei Stadtstaaten.

          Die Sterbetafeln basieren auf den Angaben über die Gestorbenen und die Bevölkerung der vergangenen drei Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung gibt damit die Zahl der weiteren Lebensjahre an, die eine Person in einem bestimmten Alter nach den gegenwärtigen Sterblichkeitsverhältnissen voraussichtlich noch leben könnte. Eine mögliche Veränderung in den nächsten Jahren wird dabei nicht berücksichtigt.

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