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Unicef-Report : Höchste Neugeborenensterblichkeit in Pakistan

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Verunreinigtes Trinkwasser ist in Pakistan eine der Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit Bild: AFP

In den ärmsten Ländern der Welt haben Babys die schlechtesten Überlebenschancen. In Pakistan stirbt eines von 22 Babys im ersten Lebensmonat. Dabei könnten die meisten der Todesfälle vermieden werden.

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          Das Kinderhilfswerk Unicef beklagt eine anhaltend hohe Neugeborenensterblichkeit vor allem in den ärmsten Länder der
          Welt. Die schlechtesten Überlebenschancen haben Babys in Pakistan, der Zentralafrikanischen Republik und Afghanistan, wie ein am Dienstag in New York veröffentlichter Unicef-Bericht herausstellt.

          „Wenn man bedenkt, dass die Mehrzahl dieser Fälle vermeidbar wäre, ist es ganz klar: Die Welt versagt beim Schutz der ärmsten Babys“, sagte die Exekutivdirektorin Henrietta Fore in New York. Die besten Voraussetzungen sind demnach in Japan, Island oder Singapur gegeben – Deutschland steht auf dem zwölften Platz.

          Während laut Analyse statistisch eines von 435 deutschen Neugeborenen im ersten Lebensmonat stirbt, ist es in Pakistan eines von 22 Babys. Beim Land mit der höchsten Überlebenschance, Japan, ist es nur eines von 1111 Babys. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von Neugeborenen in Entwicklungsländern liegt bei 27 von 1000 Lebendgeburten im Vergleich zu drei von 1000 Geburten in Industrieländern. „Jedes Jahr überleben 2,6 Millionen Babys auf der Welt nicht einmal ihren ersten Monat. Eine Million von ihnen stirbt bereits am Tag ihrer Geburt“, sagte Fore mit Blick auf die Auswertung der Daten von 2016.

          Die Deutsche Unicef-Sektion in Köln erklärte: „Der Report zeigt, dass acht von zehn Ländern mit der höchsten Neugeborenensterblichkeit in Subsahara-Afrika liegen, wo schwangere Frauen wegen Armut, Konflikten und schwachen Institutionen häufig schlechter gesundheitlich betreut werden.“ Mehr als 80 Prozent der Todesfälle von Babys seien eine Folge von Frühgeburt, Komplikationen bei der Geburt oder Infektionen wie Lungenentzündung oder Sepsis. Sie könnten vermieden werden, wenn die Frauen durch gut ausgebildete Hebammen betreut würden. Wichtig seien zudem sauberes Wasser, Desinfektionsmittel und gute Ernährung. Das Kinderhilfswerk plädierte auch für das Stillen und direkten Hautkontakt für die Kinder unmittelbar nach der Geburt.

          Direktorin Fore verwies auf die neue Unicef-Kampagne „Überleben für jedes Kind“: „Wir wissen, dass wir die meisten dieser Babys durch erschwingliche und gute Lösungen retten können. Schon ein paar kleine Schritte von uns allen können helfen, die ersten Schritte im Leben dieser kleinen Menschen zu sichern.“ Neben ausreichend medizinischem Personal und Arzneimitteln sowie der Grundversorgung mit Wasser und Strom sollten heranwachsende Mädchen, Frauen und Familien gestärkt werden, damit sie eine gute Gesundheitsversorgung einfordern könnten.

          „Während es gelungen ist, die Kindersterblichkeit im letzten Vierteljahrhundert zu halbieren, haben wir bei der Senkung der Sterblichkeit von Neugeborenen leider nicht die gleichen Fortschritte gemacht“, sagte Fore. Erfolge im Kampf gegen Krankheiten wie Masern oder Durchfall führten zwar dazu, dass weniger Mädchen und Jungen unter fünf Jahren sterben, aber bei der Versorgung rund um die Geburt seien die Ergebnisse schlechter.

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