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Laser in der Medizin : Auf der richtigen Wellenlänge

  • -Aktualisiert am

Ein Laserstrahl trifft auf das Auge einer Patienten Bild: dpa

Laser boomen in der Medizin und versprechen die neue Wunderwaffe zu sein. Doch wo ist der Einsatz sinnvoll, und wo nur ein Hype?

          7 Min.

          Als die junge Frau in die Praxis kam, war sie überzeugt, endlich die Lösung für ihr Problem gefunden zu haben. Nach der Geburt ihres Kindes hatten sich plötzlich bräunliche Flecken auf ihrer Stirn gebildet. Entstellt fühlte sie sich, sie recherchierte im Internet nach einer Möglichkeit, die unschönen Stellen wieder loszuwerden, und stieß dabei auf eine neue Möglichkeit, die sich verlockend logisch anhörte: Die betroffenen Hautareale könnten mit Hilfe eines Lasers einfach abgetragen werden, hieß es da – und das in nur einer Sitzung. Begeistert über diese Möglichkeit, wandte sie sich an den ästhetischen Dermatologen Privatdozent Dr. Gerd Gauglitz. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie, hat in München eine dermatologische Praxis und sagt: „Genau wie diese Patientin halten immer mehr Menschen Laser für die neue Zauberwaffe.“

          Alleskönner Laser – tatsächlich entsteht dieser Eindruck bei vielen, die nach neuen Behandlungsmethoden und Therapien suchen. Da werden Laser zur Behebung unterschiedlichster Probleme angepriesen: zur Faltenreduktion, zur Narbenkorrektur sowie zur Entfernung von Haaren, Tattoos, Pigmentflecken, Altersflecken, Tränensäcken, Sommersprossen oder Besenreißern. Es gibt Laser zur Behebung von Fehlsichtigkeit, zur Aufhellung der Zähne, zur Entfernung von Karies und Parodontitis, zur Zertrümmerung von Nierensteinen, zur Zerstörung von Tumorgewebe und sogar zur Behandlung eines Tennisarms.

          Den größten Boom hat der Laser in den letzten Jahren im Bereich der Dermatologie, der ästhetischen Medizin und der Augenheilkunde erlebt. Aber auch in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Phlebologie, der Urologie und der Sportmedizin wird gelasert. „Mittlerweile kommen Laser in immer mehr Bereichen zum Einsatz“, sagt Dr.-Ing. Arnold Gillner vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen. „Der Lasermarkt wächst kontinuierlich um etwa acht bis zehn Prozent im Jahr. Das liegt auch daran, dass immerzu neue und noch leistungsstärkere Geräte auf den Markt kommen. Solange das der Fall ist, wird das Wachstum weiterhin anhalten.“

          Das Problem: In den meisten Fällen muss der Patient die Kosten selbst tragen. Nun sind die Geräte teilweise extrem teuer. Damit sich die Investition rechnet, werden unter anderem auch Behandlungen empfohlen, deren Nutzen wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Wo aber ist der Lasereinsatz sinnvoll? Und wie funktioniert ein Laser überhaupt?

          Das Prinzip ist schnell erklärt: Beim Laser zielen die Lichtstrahlen gebündelt auf die Zellen und führen zu einer Veränderung des Gewebes. Bestimmt wird das medizinische Anwendungsgebiet durch die Wellenlänge – also die Farbe des Laserlichts – und seine Pulsdauer, also ob die Strahlung kontinuierlich oder gepulst ist. Die Wellenlänge bestimmt, wo das Licht absorbiert wird. „Abhängig von der jeweiligen Wellenlänge wird das Laserlicht in unterschiedlichen Tiefen des Gewebes absorbiert und führt zur Aktivierung von Zellvorgängen bis hin zu einer thermischen Zerstörung der Gewebezellen“, erklärt Fraunhofer-Experte Gillner. Allerdings gibt es nicht nur den einen Laser, sondern gleich zig unterschiedliche Typen – angefangen beim gepulsten UV-Laser, der die Fehlsichtigkeit des Auges korrigiert, bis hin zum kontinuierlichen Infrarotlaser zur Zerstörung von Tumoren.

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