https://www.faz.net/-gum-a0ctj

Laser in der Medizin : Auf der richtigen Wellenlänge

  • -Aktualisiert am

Einen regelrechten Laser-Boom gab es in den letzten Jahren im Bereich der Dermatologie. Weit verbreitet ist hier etwa die Gruppe der abtragenden Laser, die gutartige Hautveränderungen, Alterswarzen, aber auch Vorstufen des weißen Hautkrebses behandeln können. „Leberflecken sollte man hiermit allerdings nicht behandeln“, warnt Dermatologe Gauglitz: „Immer wenn Gewebe pigmentiert ist, also bräunlich gefärbt, besteht das Risiko, dass dahinter schwarzer Hautkrebs stecken könnte. Durch das Lasern wird das Gewebe verbrannt, so dass es später nicht histologisch untersucht werden kann.“

Vaskuläre Laser

Zur Behandlung von Besenreißern, Feuermalen oder Rosazea kommt hingegen ein vaskulärer Laser zum Einsatz. „Dieser erzeugt etwa bei Rosazea eine gräuliche Verfärbung der hier erweiterten roten Gesichtsgefäße“, erklärt der Experte. „Im Laufe der darauffolgenden Wochen baut der Körper diese dann ab.“ Auch bei Feuermalen oder Besenreißern ist das Prinzip immer gleich: „Durch Wärme wird die Zielstruktur zerstört und anschließend vom Körper selbständig abgebaut.“ Der Vorteil des Lasers ist auch hier die präzise Fokussierung des Lichtwellenbündels: Es wird wirklich nur die betroffene Zielstruktur zerstört, also hier das rote Gefäß.

Weil mit Wärme gearbeitet wird, besteht allerdings das Risiko der Hautverbrennung und folglich der Narbenbildung. Experte Gauglitz warnt deshalb davor, zur Behandlung ins Kosmetikstudio zu gehen – selbst wenn die Behandlung deutlich kostengünstiger ist als beim Dermatologen: „Zur Schonung der Hautoberfläche ist eine gute Kühlung entscheidend. Gerade das macht einen Laser und somit auch die Behandlung teuer.“

Laser – sie können in der Dermatologie nicht nur Zellen zerstören, sondern auch eine Art Impulsgeber zur Zellerneuerung sein. Beispiel Faltenbehandlung im Gesicht, an den Händen und am Dekolleté: Die Laserstrahlen durchdringen die oberste Hautschicht und setzen in der Tiefe winzige Verletzungspunkte. Das umliegende, unverletzte Gewebe wird angeregt, neue Zellen und damit frisches Kollagen zu produzieren. Zugleich werden die zerstörten Zellen abtransportiert. Der Effekt: Die Haut erneuert sich von innen heraus und wirkt jünger. „Realistisch sieht man nach der Behandlung allerdings nicht gleich ein, zwei Jahrzehnte jünger aus“, so Experte Gauglitz, „sondern frischer, erholter und vielleicht fünf Jahre jünger.“ Alles geht dann eben doch nicht.

Das muss der Dermatologe seinen Patienten mittlerweile immer häufiger erklären. Auch der jungen Frau mit den Pigmentflecken riet er letztendlich von einer Laser-Behandlung ab. Die junge Mutter litt infolge der Schwangerschaft an einem Melasma, einer Hyperpigmentierung der Haut. Mit dem Laser lassen sich die unschönen bräunlichen Flecken zwar entfernen. Weil diese aber hormonell bedingt sind, würden sie bei stärkerer Sonneneinstrahlung sofort wieder zurückkehren. Zaubern können selbst die neuesten Hightech-Laser nicht.

Weitere Themen

Topmeldungen

Die Boeing 737 Max

Warten auf Wiederzulassung : FAA-Chef fliegt Boeings 737 Max

Der Chef der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA übernahm persönlich das Steuer, um sich bei einem Testflug von der Sicherheit der Unglücksmaschine zu überzeugen. Abgeschlossen ist das Wiederzulassungsverfahren aber noch nicht.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.