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Laser in der Medizin : Auf der richtigen Wellenlänge

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Anders ist das etwa bei der Behandlung sogenannter Tendinopathien, also Sehnenreizungen am Knochenansatz. Darunter leiden etwa Patienten mit einem Tennisarm, Beschwerden an der Achillessehne oder Schulter: Infolge einer Überlastung haben sie teilweise extreme Schmerzen am Ansatz der Sehnen am Knochen. „Vor allem im Bereich des Ellbogens und der Achillessehne findet der Laser Anwendung“, sagt Privatdozent Dr. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Oberarzt an der Gelenk-Klinik in Gundelfingen. Wie hier der Laser zum Einsatz kommt, lässt sich am besten am Beispiel eines Tennisarms beschreiben: „Dieser entsteht durch eine Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur und verursacht Schmerzen an der Außenseite des Ellbogens“, erklärt der Experte. „Bei den meisten Menschen werden die Schmerzen allerdings nicht durch das Tennisspielen ausgelöst, sondern sie treten nach kurzen starken ebenso wie nach regelmäßig einseitigen Belastungen auf.“

So kann eine Tätigkeit am Computer genauso einen Tennisarm zur Folge haben wie schweres Heben, handwerkliche Arbeit oder das Spielen eines Musikinstruments. Selbst ein Unfall in der Jugend kann später im Leben durch eine chronische Instabilität des Ellenbogens einen Tennisarm auslösen. „Hier gibt es zwar ein ganzes Paket an Therapiemaßnahmen“, so Marquaß. „Es gibt aber keine eindeutig überlegene Behandlungsmethode.“ Generell übernehmen die Krankenkassen lediglich die Kosten für Physiotherapie sowie das Spritzen von Kortison. Das Problem: Das Kortison führt nach einer Studie australischer Wissenschaftler zwar kurzfristig zur Schmerzlinderung. Nach der anfänglichen Besserung waren die Beschwerden bei vielen Studienteilnehmern aber zurückgekehrt.

Klare Empfehlungen nicht möglich

Die Laser-Behandlung ist hier eine alternative Therapie-Option, die der Patient allerdings selbst bezahlen muss. Eine Sitzung kostet etwa 80 Euro. Drei bis fünf Sitzungen sind laut Marquaß notwendig. Es gibt hier zwei mögliche Formen der Laser-Behandlung: die Low-Level-Laser-Therapie mit einer niedrigen Dosierung und die High-Level-Therapie mit einer höheren Dosierung. „Bei beiden Verfahren löst das hochenergetische, gebündelte Licht im Gewebe eine Zellstoffwechselreaktion in den geschädigten Zellen aus“, sagt Marquaß. „Dadurch entsteht eine antientzündliche Wirkung. Bei der höher dosierten Therapie wird zusätzlich noch die Durchblutung im behandelten Gewebe angeregt. Das sorgt für eine verbesserte Regeneration des geschädigten Gewebes.“

Welcher Laser nun in Abhängigkeit des jeweiligen Krankheitsbilds am besten angewandt werden sollte – darüber gibt es keine Studien. Überhaupt: „Eine klare Empfehlung für die Lasertherapie lässt die wissenschaftliche Datenlage hier nicht zu“, resümiert Marquaß. Sein Fazit: „Das muss individuell entschieden werden. Entscheidend ist, aus der Vielzahl der Behandlungsmöglichkeiten die für den Patienten geeignete zu wählen. Dabei spielen die Entstehung, die Dauer der Beschwerden und möglicherweise bereits bestehende Strukturveränderungen des Sehnenansatzes eine entscheidende Rolle.“

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