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Künstliche Befruchtung : Kritik an Achtlings-Mutter mit insgesamt 14 Kindern

  • Aktualisiert am

In der Kritik: Ärzte des Bellflower Medical Centers Kalifornien Bild: dpa

Ihrer Großmutter zufolgte wollte die Mutter von Achtlingen „nur noch ein Mädchen mehr“ haben. Ärzte hatten der Kalifonierin zuvor geraten, ein Teil der künstlich eingepflanzten Embryonen abzutreiben. Auch Bioethiker kritisieren die Mehrlingsgeburt.

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          Die Entscheidung einer sechsfachen Mutter, nach einer künstlichen Befruchtung Achtlinge zur Welt zu bringen, ist in den Vereinigten Staaten auf Kritik gestoßen. Die 33 Jahre alte Kalifornierin habe durch ein derart hohe Zahl von Embryonen ihr Leben und das Leben der Babys in Gefahr gebracht, sagten Fruchtbarkeitsexperten.

          „Jeder Bioethiker und Fruchtbarkeitsspezialist würde zustimmen, dass es unverantwortlich und unethisch ist, so viele Embryonen einzupflanzen“, sagte Sara Rosenthal, Bioethikerin an der Universität von Kentucky, dem Sender CNN. „Dies ist ein skandalöser Vorgang, der nicht hätte passieren dürfen.“

          Ärzte wollten abtreiben

          Die Mutter der am Montag in Kalifornien geborenen Achtlinge, Nadya Suleman, hatte sich nach Angaben ihrer Ärzte bewusst dafür entschieden, alle Kinder auszutragen. Die Ärzte hätten dagegen angeregt, einige der Föten abzutreiben.

          Doch trotz der unerwartet hohen Babyzahl habe die Frau sich nicht zu einer sogenannten Reduktion der Ungeborenen entschlossen. Die Großmutter der Kinder, Angela Suleman, sagte am Samstag der „Los Angeles Times“, ihre Tochter hätte „nur noch ein Mädchen mehr“ haben wollen. Keiner habe mit so vielen Babys gerechnet. Die geschiedene Mutter wohnt mit ihren zweijährigen Zwillingen und vier weiteren Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren im Haus ihrer Eltern.

          Angela Suleman zufolge wurden alle Kinder durch künstliche Befruchtung mit Hilfe des gleichen Samenspenders erzeugt. Sie machte keine Angaben über die Klinik, in der Prozedur vorgenommen wurde. Die Schwangere hatte dann in der 12. Schwangerschaftswoche ein Krankenhaus in Bellflower aufgesucht. Sie war in der 30. Woche, als die Frühchen am vergangenen Montag per Kaiserschnitt entbunden wurden. Die Babys, sechs Jungen und zwei Mädchen, müssen mehrere Wochen oder Monate in Brutkästen bleiben.

          Versessen auf Kinder

          Sie sei keine schlechte Person, sondern nur „versessen“ auf Kinder, nahm Angela Suleman ihre Tochter in Schutz. „Sie liebt Kinder, sie geht gut mit ihnen um, aber offensichtlich hat sie es jetzt übertrieben“, räumte die Großmutter ein. Ihr Ehemann, der Großvater der Kinder, arbeite im Irak als Übersetzer, um die Familie finanziell zu unterstützen, berichtete die „Times“.

          Nach den Richtlinien der Gesellschaft für Reproduktionsmedizin sollten Patientinnen unter 35 Jahren nicht mehr als zwei Embryonen eingepflanzt werden. Die Organisation setze sich schon lange dafür ein, riskante Mehrlingsgeburten zu unterbinden, sagte der Vorsitzende Dale McClure dem Sender CNN. Der Bioethiker Robert George von der Princeton Universität forderte „professionelle Normen und gesetzliche Regelungen, um Eingriffe zu beschränken, die sehr gefährlich sind“.

          In den Vereinigten Staaten waren zuvor erst einmal Achtlinge geboren worden. Die fünf Mädchen und zwei Jungen aus dem Bundesstaat Texas feierten im vergangenen Monat ihren zehnten Geburtstag. Das achte Geschwisterchen war eine Woche nach der Geburt gestorbe

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