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Kritik an Impfungen : Die Schweinegrippe-Verschwörung

Einige Kritiker warnen vor den Gefahren des Impfens Bild: dpa

Noch ehe ein Impfstoff zur Verfügung steht, melden sich die Kritiker schon zu Wort. Augenzeugenberichte, wissenschaftliche Studien und sogar Verschwörungstheorien werden bemüht, um die Gefährlichkeit von Impfungen zu beweisen.

          Hans U. P. Tolzin ist gelernter Molkereifachmann - und nicht etwa Milchwirt. Darauf legt er Wert, wie er auf seiner Internetseite schreibt. Er sei auch kein Scientologe, er habe nur eine Zeitlang freundschaftlichen Umgang mit Scientologen gepflegt. Heute äußert er sich über seine damaligen Erfahrungen kritisch: „Rückblickend muss ich sagen, dass das, was ich erlebt habe, mich durchaus an die Furchtappellstrategie der Behörden und Impfstoffhersteller erinnert.“ Zudem ist er bekennender Anhänger der „Germanischen Neuen Medizin“ des „Wunderheilers“ Ryke Geerd Hamer. Der „Arzt“ Dr. Hamer, dem schon vor mehr als 20 Jahren die Approbation entzogen wurde, nimmt an, dass Erkrankungen des Menschen die Folge von „biologischen Konflikten“ sind, die mit Hilfe eigener „Confliktolyse“ geheilt werden können - es sei denn, die Schulmedizin greift ein und vergiftet den Körper.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Tolzin ist derzeit ein gefragter Mann. Sogar im „Morgenmagazin“ der ARD durfte der Impfgegner gegen die Schweinegrippe-Impfung zu Feld ziehen. Als „Experte“ griff er unter anderen einen so namhaften Wissenschaftler wie den Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, an. Tolzin nutzt die ihm gebotenen Foren gern, die Moderatoren der ARD-Sendung widersprachen seinen medizinisch unhaltbaren Behauptungen nicht einmal.

          Zunahme der Gewaltkriminalität in Deutschland

          Impfkritikern wie Tolzin ist schwer beizukommen: Ihr Glaube ist so fest, dass sie sich von keinen wissenschaftlichen Fakten überzeugen lassen. Warum auch, wenn man eine Zeitzeugin wie die Amerikanerin Eleanora McBean hat, die unter dem Pseudonym „Elben“ einige der frühesten impfkritischen Schriften verfasst hat. „Vaccination Condemned“ zum Beispiel, ein Buch, das Tolzin ins Deutsche übersetzt hat. Darin heißt es über die „Spanische Grippe“, die Eleanora 1918/19 als Fünfzehnjährige unbeschadet überstanden haben will, dass die Bevölkerung nicht von einem Influenza-Virus befallen wurde. Sie sei vielmehr gezielt mit Impfstoffen verseucht worden. Nur wer keine Schutzimpfung erhalten habe, überlebte die Epidemie. Dass es zur damaligen Zeit noch keine Grippeimpfung gab, interessiert hartgesottene Impfkritiker nicht. Sie wiederholen gebetsmühlenartig die „Tatsachen aus dem authentischen Bericht“.

          Der Chef des Paul-Ehrlich-Instituts, Löwer, verteidigt die Impfungen

          Dabei können sich Impfkritiker sogar auf echte Mediziner und deren wissenschaftliche Studien berufen, die stets von schwersten Nebenwirkungen und massiven Impfschäden zeugen. Die Liste reicht von multipler Sklerose über das Guillain-Barré-Syndrom bis hin zu der Behauptung (von Dr. med. Gerhard Buchwald), mindestens jeder zweite Grippe-Geimpfte erkranke erst an der Grippe. Was Humbug ist: Da Grippeimpfstoffe keine infektiösen Partikel enthalten, sondern nur die isolierten Antigene des Virus, können sie keine Infektionserkrankungen hervorrufen oder auch nur befördern. Buchwald geht sogar so weit, Impfungen für den allgemeinen „Intelligenzverlust“ der Gesellschaft verantwortlich zu machen, was zu einer Zunahme der Gewaltkriminalität in Deutschland geführt habe.

          Stärkung des Immunsystems durch „Masernparty“

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