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Kritik an Impfungen : Die Schweinegrippe-Verschwörung

Worum es Impfkritikern wie Buchwald oftmals geht, steht schon im Klappentext seines Standardwerks: „Impfen. Das Geschäft mit der Angst“. Dort heißt es: „Eine große Koalition von Gesundheitsbehörden, Ärzten und der Pharmaindustrie behauptet, dass Impfen vor Krankheiten schützt. Die Fakten in diesem Buch belegen: Das Gegenteil ist der Fall. Impfen macht viele Menschen krank!“ Viele Impfkritiker sind zugleich Verschwörungstheoretiker. Für Tolzin zum Beispiel steht fest, dass die Schweinegrippe ihren eigentlichen Ursprung in der „US-Seuchenbehörde CDC“ hat. Die Vereinigten Staaten sind auch unter Impfkritikern häufig Feindbild Nummer eins: Wer war zum Beispiel im Vorstand und ist einer der Hauptaktionäre des Pharmazieunternehmens Gilead, das das Grippemittel Tamiflu entwickelt hat? Der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

Hochgefährliche Infektionskrankheiten wie die Masern könnten längst ausgerottet sein, wenn sich nicht ausgerechnet Impfgegner der Immunisierung verweigern würden. Damit halten sie erst ganze Impfstoffproduktionen am Leben und spielen damit denjenigen in die Hände, die sie eigentlich bekämpfen wollen: Pharmazieunternehmen. Doch nicht nur starrsinnige Impfkritiker wie Tolzin halten Masern für „eine sinnvolle Maßnahme der Natur“. Weit verbreitet unter Eltern (die oftmals erst von einer impfskeptischen Hebamme angesteckt wurden) ist die Vorstellung, Kinder sollten bestimmte Krankheiten durchstehen, weil es das Immunsystem stärke - am besten gemeinsam zum Beispiel auf einer „Masernparty“. Dass die Kinderkrankheit in vereinzelten Fällen tödlich verläuft, wird dabei verdrängt.

Wie gefährlich Impfen doch ist

Auch die Schweinegrippe scheint keine ernstzunehmende Infektionskrankheit zu sein - viel harmloser als die saisonale Grippe. Warum sich also impfen lassen, wenn die Neue Influenza überwiegend mild verläuft? Es gilt, die Risiken gegeneinander abzuwägen. Schwangere zum Beispiel sind besonders gefährdet, wie Studien zeigen. In den ersten zwei Monaten nach Ausbruch der Epidemie in den Vereinigten Staaten starben allein sechs Schwangere an der Schweinegrippe. Mediziner wissen, dass jede Grippe für schwangere Frauen gefährlich werden und zu Frühgeburten führen kann.

Schwangere sollen darum bevorzugt gegen das H1N1-Virus geimpft werden. Nun laufen zwar die ersten klinischen Studien mit verschiedenen Pandemie-Impfstoffen, doch aus ethischen Gründen werden grundsätzlich Schwangere nicht in dieTests eingeschlossen. Auch chronisch Kranke, die ebenfalls zu den Ersten gehören werden, die geimpft werden sollen, sind von den Studien ausgeschlossen. Das kann durchaus Risiken bergen und wird von Medizinern wie dem Leiter der Schweinegrippe-Impfstudie in Mainz, Markus Knuf, auch offen angesprochen.

Zugleich aber sind die heutigen Influenza-Impfstoffe mit all ihren Inhaltsstoffen so sicher, dass in den Vereinigten Staaten schon seit Jahren Schwangere mit ihnen geimpft werden. Mit den Vakzinen, die in den siebziger Jahren in Amerika gegen ein Schweinegrippevirus (ebenfalls ein H1N1) eingesetzt wurden und bei dem angeblich einige Geimpfte ein Guillain-Barré-Syndrom entwickelt haben sollen, lassen sie sich nicht mehr vergleichen. Mehr als eine Milliarde Dosen an Pandemie-Impfstoff sind inzwischen auf der ganzen Welt bestellt worden. Es ist abzusehen, dass in den nächsten Monaten Dutzende, wenn nicht Hunderte der damit Geimpften an multipler Sklerose erkranken werden, so wie es ständig passiert. Impfkritiker werden die Erkrankungen sogleich als Impfschäden deklarieren und als Beweis für ihre These heranziehen, wie gefährlich das Impfen doch ist.

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