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Krankheiten : Die Pocken etablierten HIV-Resistenz

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Wenn beim Menschen das Gen CCR5 mutiert ist, kann das HI-Virus nicht andocken. Warum etwa zehn Prozent der europäischen Bevölkerung dieses Gen tragen, erklären die Pocken aber besser als Aids.

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          Wenn das Gen CCR5 im menschlichen Körper mutiert ist, fehlt ein bestimmtes Protein, an dem das HI-Virus andocken kann. Damit ist der Körper besser gegen das Virus gewappnet. Das mutierte Gen hat sich allerdings noch nicht allzu lang etabliert. Daraus schlossen Wissenschaftler, daß es einen Mechanismus geben muß, der die Überlebenschancen dieses Gens erhöht.

          Alison Galvani und Montgomery Slatkin von der University of California haben die Pocken als Grund dafür identifiziert. Denn die meisten Menschen, die das mutierte Gen tragen, kommen aus Europa - das legt eine kürzliche Veränderung des Genmaterials, etwa vor 700 Jahren, nahe. Damit sich ein Gen in etwa zehn Prozent der Population etabliert, muß es einen selektiven Vorteil haben. Und da das HI-Virus erst Mitte der 90er Jahre auftrat, machten Galvani und Slatkin die Pocken als Grund aus.

          Denn diese Seuche könnte am gleichen Protein angreifen wie Aids, und so hätten Menschen, die ein mutiertes CCR5-Gen tragen und denen somit das Protein fehlt, einen Vorteil im Überlebenskampf. Mithilfe mathematischer Modelle haben Galvani und Slatkin die Verbreitung des Gens überprüft und fanden, daß die Pocken, die auch Kinder vor dem fortpflanzungsfähigen Alter tötet und so zu größerer Selektion führt als Aids, die wahrscheinlichere Erklärung für die Verbreitung des Gens ist als die viel später aufgetretene und später im Lebensalter einsetzende Aids-Erkrankung.

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