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Wechseljahre mit 26 : „Jedes Mal wie ein Schlag ins Gesicht“

  • -Aktualisiert am

Wenn die Periode länger als drei Monate ausbleibt, sollten Frauen zum Arzt gehen. Bild: ddp Images

Hitzewallungen und Kälteschocks: Sabrinas Periode setzte viel zu früh aus und plötzlich waren die Wechseljahre da. Wie die junge Frau damit umgeht, hat sie unserer Autorin erzählt.

          4 Min.

          Sabrina machte sich erst einmal keine großen Gedanken, als sie die Pille absetzte und ihre Periode ausblieb. Sie wartete ab, zwei Monate, drei Monate, vier Monate. Bis die 26-Jährige dann doch unruhig wurde. Auch, weil ihr einiges seltsam vorkam. Zum Beispiel, dass sie in der Bahn oder am Arbeitsplatz plötzlich extrem schwitzte und kurz darauf zu Hause wieder die Heizung aufdrehen musste. Nur zur Sicherheit ging Sabrina zunächst zum Allgemeinarzt, von dort zum Gynäkologen und Endokrinologen. Einige Blutwerte waren zwar auffällig, darunter die Schilddrüsenhormone. Aber letztlich, sagt die heute 31-Jährige, konnte ihr damals keiner wirklich weiterhelfen. Im Gegenteil.

          Keine Menstruation mehr? Sabrinas Frauenarzt kommentierte das mit dem Worten, man könne das ruhig so lassen. Wenn es für Sabrina in Ordnung sei. Nun ja, wollte sie die Periode wirklich jeden Monat haben? Sabrina überlegte kurz. „Keine Ahnung. Eigentlich nicht.“ Und so verließ sie die Arztpraxis ohne Diagnose, aber mit einem mulmigen Gefühl im Bauch.

          Doch die Symptome wurden nicht besser. Die Kölnerin suchte sich einen zweiten Frauenarzt. Diese Gynäkologin sah sich nur kurz alle Untersuchungsergebnisse an und sagte ohne Umschweife: „Sie sind in den Wechseljahren.“ Mit Mitte 20. Rund 25 Jahre früher als die meisten anderen Frauen. Sabrina saß da und weinte. „Ich hatte das Gefühl, dass meine Welt zusammenbricht.“ Ein Riesenschock, auch wenn sie im Nachhinein sagt, dass sie so etwas schon geahnt hatte.

          Ein bis zehn Prozent sind betroffen

          Von besonders frühen Wechseljahren sind je nach Definition zwischen ein und zehn Prozent der Frauen im fruchtbaren Alter betroffen (siehe Interview unten). Wie bei Sabrina können Ärzte häufig keine Ursache finden. Die möglichen Folgen hingegen sind klar. Da ist der unerfüllte Kinderwunsch nur ein Leid. Weil die Frauen ein viel größeres Risiko haben, später an Osteoporose zu erkranken und Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen, gehört es für sie dazu, schon in jungen Jahren eine Hormonersatztherapie zu beginnen.

          Mit einem Rezept für diese Medikamente in der Hand ging Sabrina nach der Diagnose nach Hause. Anfangs, vielleicht ein Jahr lang, nahm sie die Hormone wie verschrieben ein. Aber die Besuche bei der Gynäkologin gerieten zu einer immer größeren Tortur. „Ich hatte plötzlich riesige Panik hinzugehen, selbst wenn es nur darum ging, ein neues Rezept zu holen.“ Die Angst wurde irgendwann zu groß. Und dann sah sie drei Jahre lang keinen Frauenarzt mehr, nahm keine Hormone ein und versuchte, das Thema zu ignorieren - so gut das eben geht, wenn man mehr als 20 Kilo zunimmt und schreckliche Hitzewallungen hat.

          Egal, ob im Sommer oder Winter, mehrfach täglich wurde es Sabrina extrem heiß, ihr Kopf rot, das Gesicht glänzend. „Ich konnte nichts dagegen tun, nur abwarten, bis es endlich vorbeiging. Das Schlimmste war, dass ich immer das Gefühl hatte, die Leute starren mich an.“ Eine Situation blieb ihr besonders im Gedächtnis. Als Sabrina, die im Marketing arbeitet, während eines Seminars ein Zimmer mit einer Kollegin teilte, musste sie zigmal nachts aufstehen, um abwechselnd die Heizung hochzudrehen oder die Klimaanlage anzuschalten. Über die Nacht wurde kein Wort verloren. „Niemand spricht gerne darüber, in meinem Alter in den Wechseljahren zu sein“, sagt Sabrina.

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