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Corona-Pandemie : Kinderärzte warnen vor Mangel an Grippe-Impfstoff

  • Aktualisiert am

26 Millionen Impfdosen stehen für den Winter bereit Bild: dpa

Selbst für die Risikopatienten in Deutschland, denen eine Grippe-Impfung empfohlen wird, würden die vorhandenen Impfdosen nicht ausreichen, sagt der Verband der Kinder- und Jugendärzte. Facebook will Anzeigen vom Impfgegnern verbieten.

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          Kinder- und Jugendärzte warnen vor einem Mangel an Grippe-Impfstoffen in Deutschland. Die von der Bundesregierung vorgesehene Menge von 26 Millionen Impfdosen reiche offenbar nicht einmal für alle Risikopatienten aus, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der „Augsburger Allgemeinen“.  Bei dieser geplanten Menge werde von einer „nach wie vor niedrigen Impfrate“ ausgegangen.

          Derzeit reiche die Impfstoffmenge offenbar nur für rund zwei Drittel der Risikopatienten aus: „Also selbst die würde man nicht alle erreichen“, sagte Fischbach. Er plädierte jedoch dafür, über die Risikogruppen hinaus generell auch Kinder und Jugendliche zu impfen. Diese seien das „sogenannte Feuer der Influenza“, sagte er: „Sie erkranken erst und stecken dann die Anderen an.“

          Trotz der Corona-Pandemie empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut die Grippeschutzimpfung in diesem Herbst weiterhin nur für Risikogruppen. Dazu gehören Menschen im Alter von über 60 Jahren, chronisch Kranke, medizinisches Personal und Pflegekräfte sowie Schwangere.

          Die für die beginnende Grippesaison zur Verfügung stehenden 26 Millionen Impfdosen sind allerdings eine größere Menge als in den Vorjahren. Das Gesundheitssystem könnte an seine Grenzen kommen, wenn es gleichzeitig durch eine sehr hohe Zahl von Grippe- wie Corona-Kranken belastet wird.

          An diesem Mittwoch wollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, und Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen in Berlin, über Grippeimpfungen in Corona-Zeiten informieren.

          Facebook will unterdessen alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Dies kündigte der Internetkonzern am Dienstag an. Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig „vorbeugendes Verhalten“ zum Schutz der Gesundheit sei, betonte der Konzern. Facebook will nach eigenen Angaben aber weiterhin solche Anzeigen zulassen, die bestimmte Maßnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren. An Impfstoffen gegen das Coronavirus wird derzeit weltweit unter Hochdruck geforscht.

          Den Betreibern der großen Onlinenetzwerke wird immer wieder vorgeworfen, Impfgegnern eine weite Verbreitung ihrer Botschaften zu ermöglichen. Facebook plant nach eigenen Angaben nun auch eine Kampagne in den Vereinigten Staaten, in der für Grippe-Impfungen geworben werden soll.

          Zusammenhang zwischen Verschwörungstheorien und Impfskepsis

          Facebook war zuletzt auch verstärkt gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf seinen Seiten vorgegangen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Wissenschaftsstudie zeigt, dass der Glaube an solche völlig unbelegten Theorien die Bereitschaft zu Impfungen deutlich senken kann.

          Für die Untersuchung wurden Umfragen in den USA, Großbritannien, Irland, Spanien und Mexiko vorgenommen. Demnach lehne zwar die Mehrheit der dortigen Menschen Verschwörungstheorien zum Coronavirus ab, doch nähmen „erhebliche Teile“ der Bevölkerung diese Falschbehauptungen für bare Münze, heißt es in der im britischen Fachmagazin „Royal Society Open Science“ veröffentlichten Studie.

          Die in diesen Ländern am stärksten verbreitete Verschwörungstheorie zu der Pandemie ist demnach, dass das neuartige Virus absichtlich in einem Labor der chinesischen Stadt Wuhan hergestellt worden sei. Die Studie habe zudem einen „klaren Zusammenhang“ zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Skepsis gegenüber Impfstoffen gezeigt, sagte Ko-Autor Sander van der Linden. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Befragten im Allgemeinen die Bereitschaft zur Teilnahme an künftigen Corona-Impfungen umso geringer war, je mehr sie Verschwörungstheorien anhingen.

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