https://www.faz.net/-gum-a2ufc

„Gesellschaftliche Pflicht“ : Kinderärzte empfehlen Grippeschutzimpfung für Kinder

  • Aktualisiert am

Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe. Bild: dpa

Das Influenza-Virus verbreitet sich laut Ärzten maßgeblich über Kinder. Eine Impfung sei deshalb auch zum Schutz anderer wichtig.

          1 Min.

          Deutsche Kinderärzte raten einem Bericht zufolge in diesem Herbst zu einer Grippeimpfung für Kinder. Er empfehle allen Eltern, ihre Kinder in diesem Jahr gegen Influenza impfen zu lassen, sagte Johannes Hübner, leitender Oberarzt der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie, der „Welt am Sonntag“.

          „Wir wissen, dass Kinder den Influenza-Virus maßgeblich übertragen“, sagte Hübner. Jeden Winter müssten viele Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. Abgesehen von den Risiken für die Gesundheit der Kinder gebe es in Zeiten der Corona-Pandemie aber auch eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer, betonte er.

          Bundesregierung hat zusätzlichen Impfstoff besorgt

          Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) riet angesichts der Corona-Pandemie zur Grippeimpfung. „Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften“, sagte Spahn der „Welt am Sonntag“. Deswegen habe die Bundesregierung „diesmal zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt“. „Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun“, sagte Spahn der Zeitung.

          Grundsätzlich werde mit einer höheren Nachfrage nach Grippe-Impfstoffen im Herbst gerechnet, weshalb Deutschland sich vorsorglich entsprechende Dosen gesichert habe, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestages, Erwin Rüddel, der Zeitung. Trotzdem empfahl der CDU-Politiker, dass vor allem Risikogruppen die Grippeschutzimpfung nutzen sollten.

          Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte der „Welt am Sonntag“, ratsam seien Grippeschutzimpfungen bei jungen Menschen immer dann, wenn eine erhöhte Gefährdung infolge eines Grundleidens vorliege, zum Beispiel Asthma, Diabetes oder Erkrankungen des Immunsystems. Vor dem Hintergrund begrenzter Kapazitäten bei Impfdosen und Verbrauchmaterialien solle man sich „auf den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen konzentrieren“.

          Weitere Themen

          Virologe Streeck hält Shutdown für „zu früh“

          Corona-Liveblog : Virologe Streeck hält Shutdown für „zu früh“

          Weitere Weihnachtsmärkte abgesagt +++ Belgien schließt alle Geschäfte – bis auf die Supermärkte +++ Touristen müssen Schleswig-Holstein spätestens am Montag verlassen +++ Bundesweite 7-Tage-Inzidenz erstmals über 100 +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Topmeldungen

          Kapazitätserhöhung in Person: Vanessa Op te Roodt im Labor in Ingelheim

          Immer mehr Corona-Tests : Deutschlands Labore sind am Limit

          Die Labore in Deutschland werten immer mehr Corona-Tests aus und verdienen gut daran. Doch nun schlagen Laborärzte Alarm: Noch mehr Untersuchungen seien unmöglich. Muss die Teststrategie geändert werden?
          Der belgische Premierminister Alexander De Croo informiert die Bürger nach den Beratungen über verschärfte Corona-Maßnahmen am Freitagabend.

          Corona-Spitzenreiter : Belgien scheut den Lockdown

          Belgien hat die höchste Infektionsrate in Europa. Die Maßnahmen werden verschärft, aber einen Lockdown wird es vorerst nicht geben. Aus Sicht von Fachleuten ist das viel zu wenig.
          Der republikanische Senator Lindsey Graham spricht am 17. Oktober auf einer Wahlkampfkundgebung

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.