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Während Corona-Krise : Kinder spielen noch mehr am Computer

An Werktagen stieg die Zeit mit Computerspielen von 79 auf 139 Minuten. Bild: Reuters

Im Vergleich zum September 2019 haben Kinder im Mai 75 Prozent mehr Zeit mit Computerspielen verbracht. Bei fast 700.000 Kindern und Jugendlichen ist das „Gaming“ laut einer Studie riskant oder pathologisch.

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          Im Vergleich zum September 2019 haben die Spielzeiten von Kindern unter dem Corona-Lockdown im Mai dieses Jahres um 75 Prozent zugenommen. An Werktagen stieg die Zeit mit Computerspielen von 79 auf 139 Minuten, an Wochenenden waren es sogar 193 Minuten am Tag. Die Nutzungszeiten der Kinder und Jugendlichen sind Anhaltspunkte für ein problematisches Verhalten. Bei fast 700.000 Kindern und Jugendlichen ist das „Gaming“ riskant oder pathologisch. Das geht aus einer Studie hervor, die von der DAK-Gesundheit mit Suchtexperten am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf begonnen wurde.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          In einer repräsentativen Längsschnittstudie mit rund 1200 Familien werden die Häufigkeiten pathologischer und riskanter Internetnutzung für Spiele und soziale Medien bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Im September 2019 zeigten zehn Prozent der zehn bis 17 Jahre alten Jugendlichen ein riskantes Spielverhalten, pathologisches Gaming wurde bei 2,7 Prozent festgestellt, wobei die Zahl der betroffenen Jungen (3,7 Prozent) doppelt so hoch ist wie die der Mädchen (1,6 Prozent). Ob die Mediensucht durch Schulschließungen und eingeschränkte Freizeitaktivitäten so gestiegen ist, soll die Längsschnittstudie in einer abschließenden Befragung der teilnehmenden Familien im Frühjahr 2021 zeigen.

          Ähnlich problematisch wie Online-Spiele sind Social-Media-Aktivitäten. Im September zeigten 8,2 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen eine riskante Nutzung, das sind 440.000 der zehn bis 17 Jahre alten Jugendlichen. Eine pathologische Nutzung findet sich nach Auskunft der Studie bei 170.000 Jungen und Mädchen. Mit einer neuen Vorsorgeuntersuchung bei den Ärzten wollen einige Bundesländer jetzt für eine Früherkennung der Sucht sorgen.

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