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Juckt’s? : Neue Kampagne löst „Gib Aids keine Chance“ ab

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Plakate wie dieses sollen den Fokus stärker auf andere sexuell übertragbare Krankheiten lenken. Bild: BZgA

Generationen sind in Deutschland mit „Gib Aids keine Chance“ aufgewachsen. Eine neue Kampagne richtet sich breiter aus - und setzt auf völlig neue Ansprache.

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          Aus gib „Aids keine Chance“ wird „Liebesleben. Es ist deins. Schütze es.“: Nach knapp 30 Jahren wird die 1987 gestartete erfolgreiche Präventionskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch eine neue abgelöst. Hintergrund sind steigende Neuinfektionen bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhöe oder Chlamydien, wie die Leiterin der Bundeszentrale, Heidrun Thaiss, bei der Vorstellung am Mittwoch in Berlin sagte. Aber auch bei HIV gebe es in Deutschland weiterhin bis zu 3200 Neuansteckungen jährlich.

          Während die jahrzehntelange Aufklärung über HIV und Aids mittlerweile Früchte trage, gebe es bei den anderen sexuell übertragbaren Infektionen große Wissenslücken in der Bevölkerung, sagte Thaiss. So war bei einer Umfrage die häufig vorkommende Chlamydien-Infektion nur zehn Prozent der Befragten bekannt, von Syphilis und Gonorrhöe wussten knapp die Hälfte. Gleichzeitig haben sich die Syphilis-Erkrankungen in den vergangenen Jahren verdoppelt, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

          Der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen, Volker Leienbach, die Leiterin der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, Heidrun Thaiss, der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe (CDU), und der Moderator und Schauspieler Ingolf Lück (von links nach rechts) bei der Vorstellung der neuen Anti-Aids-Kampagne in Berlin Bilderstrecke

          „Gib Aids keine Chance“ habe bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV geschaffen, sagte Gröhe. Die Zahlen zeigten aber auch, dass diese Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. „Jetzt geht es darum, die Bekämpfung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mit einem übergreifenden Ansatz fortzusetzen und zu verstärken“, so der Minister.

          Zehntausende Plakate mit expliziten Cartoons

          Mit der neuen Kampagne werden von Mitte Mai an bundesweit auf über 65.000 Plakatflächen zum Teil sehr explizite Cartoons mit deutlichen Botschaften wie „Brennt’s im Schritt? Ab zum Arzt“ oder „Ob rauf oder runter. Benutz Kondome“ für Vorsicht und Prävention beim Sex werben. So wie „Gib Aids keine Chance“ in der achtziger Jahren die Themen HIV, Aids und das Benutzen von Kondomen entstigmatisiert habe, soll die neue Kampagne „Liebesleben“ nun das Reden über die anderen sexuelle Infektionskrankheiten ebenfalls enttabuisieren, sagte Thaiss.

          Neben den eher klassischen Plakaten werden die sozialen Medien dabei eine große Rolle spielen. Zudem gibt mit dem Comedian Ingolf Lück ein alter Bekannter der Kampagne wieder sein Gesicht. Lück, der bereits 1989 als verklemmter Jungspund gemeinsam mit Hella von Sinnen in dem legendären Kino- und TV-Spot „Tina, wat kosten die Kondome?“ mitspielte, hat auch einen neuen Spot gedreht, dieses Mal als Vater mit jugendlichem Film-Sohn.

          Unterstützt wird die neue Kampagne vom Verband der Privaten Krankenversicherung. Insgesamt stehen nach Angaben dafür von Thaiss jährlich 15 Millionen zur Verfügung. Zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen hatte das Bundeskabinett Anfang April eine neue Strategie verabschiedet. Dabei sollen unter anderem Aufklärungs- und Präventionsangebote stärker als bisher genutzt und Angebote weiter ausgebaut werden.

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