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Internationaler Glücksatlas : Deutsche so glücklich wie Kenianer und Vietnamesen

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Das Glück hinaus tanzen: Lateinamerika ist der glücklichste Kontinent (Szene der Moviments Akadiemie 2014 im Theater Wolfsburg). Bild: dpa

Dem neuen internationalen Glücksatlas zufolge, ist Deutschland nur ein mittelmäßig glückliches Land. Neun der ersten zehn Plätze werden dafür von lateinamerikanischen Ländern belegt - wegen der positiven Lebenseinstellung.

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          Obwohl die Deutschen eines der reichsten Völker der Erde sind, sieht sie ein internationaler Glücksatlas nur im oberen Mittelfeld. Deutschland kommt nach einer Studie des Washingtoner Gallup-Instituts nur auf Rang 46 von 138 untersuchten Nationen. Damit liegt es in Sachen Glück gleichauf mit Senegal und Kenia und knapp vor Sri Lanka, Vietnam, Tansania und Ghana.

          Als glücklich definieren sich Menschen, so das Gallup-Institut, zu 70 Prozent über positive Emotionen - durch Erlebnisse, wie Lachen, Lächeln, Genießen, Ausgeruht-sein und respektvoll behandelt zu werden. 51 Prozent fühlten sich auch glücklich, wenn sie am Vortag etwas Interessantes getan haben. Das konnte das Institut durch Interviews und Telefonbefragungen in den einzelnen Ländern ermitteln.

          Ebenso hätte sich ergeben, dass Menschen, die mehr Geld verdienen, positivere Emotionen haben. Das letzte Jahr hätte es eine zehnprozentige Glückslücke zwischen den höchsten und den niedrigsten Einkommen gegeben. Damit ist aber nicht garantiert, dass man Glück kaufen könne. Die Untersuchungen in den Vereinigten Staaten ergaben, dass sich nur bis zu einem Einkommen von 75.000 Dollar das Glücksgefühl erkennbar vergrößere - darüber hinaus wachse es kaum noch.

          Syrien ist das unglücklichste Land

          Für Deutschland haben die Forscher aus diesen Faktoren einen Zufriedenheitsindex von 74 ermittelt. Ganz vorn liegt mit 87 Paraguay, wie schon in Studien zuvor. Allgemein scheinen die Menschen in dieser Weltregion besonders zufrieden zu sein: Unter den ersten zehn Ländern sind neun aus Lateinamerika - und das schon zum dritten Jahr in Folge. Der eine Ausreißer: Dänemark ist mit 82 Punkten auf Platz acht. Die Lateinamerikaner scheinen wegen der prinzipiell positiven Lebenseinstellung so überdurchschnittlich glücklich zu sein. Sie würden sich eher auf die positiven Dinge des Lebens konzentrieren.

          Die unglücklichste Nation ist laut Studie mit weitem Abstand das vom Bürgerkrieg geprägte Syrien. Das Land kommt nur auf einen Index von 36 - 16 Punkte hinter dem vorletzten Platz, Tschad. Auf den drei Plätzen davor sind drei europäische Nationen: Litauen mit 53 und Bosnien-Herzegowina und Serbien mit je 54 Zählern. Damit sind selbst die Menschen in der Diktatur Weißrussland (54), der Krisenregion Bergkarabach (55) und dem von Erdbeben, Armut und Krankheiten heimgesuchten Haiti (58) glücklicher als die Litauer.

          Übrigens hat das Gallup-Institut keine relevanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Bewertung des eigenen Lebens festgestellt. Es gibt aber große Unterschiede zwischen Ethnien. Ein weiteres interessantes Detail: Das allgemeine Wohlbefinden sei ein wichtigerer Indikator für sozialen Fortschritt, als die klassisch ökonomischen.

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