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Gefährliche Blutvergiftung : „Sepsis wird selbst in Krankenhäusern oft zu spät erkannt“

  • -Aktualisiert am

Gefahr im Gefäß: Blut mit Staphylo­kokken im Ultradünnschnitt. Die dunklen Punkte sind Staphylokokken, rot sind die Erythrozyten und in grün zwei Zellen des Immunsystem gefärbt. Bild: 60021185 © eye of science / Age

Doppelt so viele Menschen wie angenommen erkranken und sterben jedes Jahr an einer Blutvergiftung. Ein Grund dafür ist, dass es auch hierzulande an guter Prävention und Versorgung mangelt, warnt ein Intensivmediziner im Interview.

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          Herr Prof. Reinhart, eine Studie ergab gerade, die Zahl der Todesfälle und die Häufigkeit von Sepsis liegen weltweit doppelt so hoch wie bisher angenommen. Warum fallen die Zahlen so dramatisch hoch aus?

          Die bisherigen Daten basierten hauptsächlich auf Schätzungen von Abrechnungsdaten oder auf Dokumentationen im Internationalen Erfassungssystem für Krankheiten der WHO. Selbst in Ländern wie Schweden, den Vereinigten Staaten und Deutschland wird Sepsis in den Krankenhäusern aber nur in 15 bis 50 Prozent der Fälle dokumentiert. Auch in den Todesstatistiken wird oft nur die Grunderkrankung festgehalten. Stirbt ein Krebspatient bedingt durch eine Immunschwäche infolge einer Chemotherapie an einer Sepsis, wird als Todesursache Krebs oder Kreislaufversagen notiert. Die tatsächliche Todesursache wurde dadurch in der Vergangenheit zu selten erfasst.

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