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China : Dreizehn Millionen Abtreibungen im Jahr

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Ein Grund für die vielen Abtreibungen in China ist die Ein-Kind-Politik. Bild: dpa

Obwohl China die Ein-Kind-Politik gelockert hat, ist die Zahl der Abtreibungen hoch. Offiziell werden fast so viele Schwangerschaften abgebrochen wie Kinder geboren. Und die Dunkelziffer könnte noch höher liegen.

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          China hat die Ein-Kind-Politik zwar gelockert, trotzdem bleibt die Zahl der Abtreibungen hoch. Jedes Jahr gibt es nach neuesten Schätzungen der Familienplanungskommission etwa 13 Millionen Abtreibungen, allerdings sind es wahrscheinlich noch mehr, weil viele kleinere Praxen und Kliniken die Zahlen nicht melden, heißt es in einem Bericht der „China Daily“ vom Dienstag. Dagegen stehen etwa 16 Millionen Geburten im Jahr. Die letzten offiziell veröffentlichten Statistiken für die Jahre 2011 und 2012 sprachen noch von jeweils 6.6 Millionen Abtreibungen.

          Zwei Drittel der Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, sind unter 29 Jahre alt und unverheiratet. Unverheiratete stehen unter starkem Druck abzutreiben, weil es in China für Ledige so gut wie unmöglich ist, die für jede Geburt nötige „Geburtserlaubnis“ zu bekommen. Besonders schnell steigt der Anteil der Schwangeren unter 16 Jahren.

          Mangelnde Aufklärung

          Chinesische Ärzte sehen mangelnde Sexualaufklärung als Ursache für die vielen ungewollten Schwangerschaften an. Viele Mädchen und junge Frauen wüssten nichts über Empfängnisverhütung. Kliniken werben mit Anzeigen für „schmerzfreie Abtreibung“. Dies erwecke bei jungen Frauen fälschlich den Eindruck, dass Abtreibungen risikolos und folgenlos sind.

          Gebräuchlichste Verhütungsmittel sind in China Intrauterinpessare und Sterilisation, die Anti-Baby-Pille ist nicht weit verbreitet. Abtreibungen sind leicht und ohne bürokratischen Aufwand zu bekommen und kosten nicht viel. China hat vor zwei Jahren die Ein-Kind-Politik gelockert. Wenn einer der Ehepartner ein Einzelkind ist, dürfen Paare seither ein zweites Kind bekommen. Für „außerplanmäßig“ geborene Kinder muss weiterhin ein „Sozialbeitrag“ gezahlt werden, der örtlich unterschiedlich ist, und das Mehrfache eines Jahreseinkommens betragen kann.

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