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Impfungen : Einfluß auf die Influenza

  • -Aktualisiert am

Knappes Gut: Grippe-Impfstoff Bild: picture-alliance / dpa

Eine tödliche Influenza-Welle in Deutschland? Bislang ist eine solche Katastrophe ausgeblieben. Doch was würde passieren, wenn hierzulande wirklich ein gefährlicher Virus um sich greift? Gäbe es genügend Impfstoff? Deutsche Pandemie-Vorbereitungen.

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          In diesen Tagen entscheidet sich, was in Deutschland passiert, sollte demnächst eine tödliche Influenza-Welle um den Globus rasen. Investieren die Gesundheitsminister von Bund und Ländern ausreichend in die Bevorratung von Virenhemmern und den Aufbau von Produktionskapazitäten für Impfstoffe, könnte eine "Weltgrippe", vor der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, einigermaßen glimpflich verlaufen. Kommt es aber zur Pandemie ohne Vorsorge, ist das Leben Zehntausender in Gefahr.

          Weil die Fachleute vor gefährlichen Influenzaviren warnen, beginnen die Gesundheitspolitiker und ihre Beamten zu handeln. In diesen Tagen legen die Kabinette der Bundesländer fest, in welchen Mengen sie ihre Bevölkerung mit virenhemmenden Medikamenten eindecken. Die Bundesregierung verhandelt mit zwei heimischen Impfstoffherstellern, wieviel die Vorbereitung auf die Produktion von Impfmitteln kosten darf.

          Eine Katastrophe blieb bisher immer aus

          Deutsche Politiker und Behörden waren bisher bei den Vorbereitungen auch deshalb so zögerlich, weil die WHO schon seit Ende der Neunziger Warnungen ausgibt, bisher aber eine Katastrophe ausgeblieben ist. Es bleibt unklar, nicht ob, sondern wann ein neues Virus entsteht, durch das Millionen Menschen umkommen könnten. Die WHO hält Asien für das wahrscheinlichste Ursprungsgebiet eines neuen "Killervirus", denn dort grassiert die Vogelgrippe. Zugvögel verbreiten das Virus H5N1 von China aus um die ganze Welt. Kommt das Vogelgrippevirus mit dem Erreger der Influenza des Menschen zusammen, könnte aus der Kombination der Gene ein aggressives und hochgradig ansteckendes Virus entstehen, dem das Immunsystem der Menschheit wehrlos ausgeliefert wäre.

          Diese Influenza wäre viel stärker als die saisonale Influenza, die jährlich in Deutschland zwischen zwei und acht Millionen Menschen trifft und bis zu 25000 von ihnen tötet. Modellrechnungen des Robert-Koch-Instituts gehen bei einer Pandemie von bis zu 160000 Toten in Deutschland aus, werden nicht rasch Gegenmaßnahmen eingeleitet.

          Krisenplaner denken in großen Dimensionen

          Riefe die WHO Pandemie-Alarm aus, stünde Deutschland vor einer existentiellen Bewährungsprobe. Es gälte zunächst, die Einschleppung und Ausbreitung der Krankheit zu verhindern oder wenigstens einzudämmen. Das ist aufgrund der international vernetzten Wirtschaft und des globalen Tourismus schwierig. Faßt ein "Killervirus" Fuß, geht es nach Worten von Werner Schnappauf (CSU), dem amtierenden Präsidenten der Gesundheitsministerkonferenz, primär darum, das Funktionieren des Staates und des Gesundheitssystems sicherzustellen. Die Krisenplaner denken in großen Dimensionen: Sie halten es für möglich, daß das Personal ganzer Kliniken ausfällt, wenn es nicht mit Medikamanten geschützt wird, daß Polizei- und Grenzschutzeinheiten, die eigentlich für Ordnung sorgen müßten, zu Hause bleiben.

          Erst wenn Ärzte, Pfleger und Sicherheitskräfte versorgt sind, kann man sich dem Schutz besonders anfälliger Bevölkerungsgruppen zuwenden, also Kindern, Alten und Kranken. In den Ministerien werden derzeit Listen erstellt, in welcher Reihenfolge welche Bevölkerungsgruppen mit Virenhemmern und Impfstoffen versorgt würden. Bis jeder Deutsche zweimal geimpft ist und einen gut funktionierenden Schutz hat, könnte die Pandemie in ihr zweites Jahr gegangen sein.

          Die wichtigsten Waffen sind Medikamente

          Neben einer Einschränkung der Reise- und der Bewegungsfreiheit sind die wichtigsten Waffen Medikamente. Virenhemmende Mittel aus der Stoffklasse der Neuraminidase-Hemmer können den Verlauf der Krankheit deutlich abmildern, sofern sie innerhalb von 48 Stunden nach dem ersten starken Fieberschub und dem plötzlichen Kräftemangel eingenommen werden.

          Diese Medikamente sind freilich auf der ganzen Welt begehrt. Schnappauf hat nun im Namen der Gesundheitsministerkonferenz eine Rahmenvereinbarung mit zwei Pharmafirmen, Roche und Glaxo, über Virenhemmer in Pulver-, Tabletten- und Sprayform im Wert von 200 Millionen Euro abgeschlossen. Bis Mitte Juli haben die Länder Zeit, innerhalb dieses Rahmens Bestellungen aufzugeben. Die Firmen müßten sich keine Sorgen machen, wenn aus Deutschland keine Bestellung käme: Regierungen in aller Welt versuchen zur Zeit, sich einzudecken.

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