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Kampf gegen Zika : IAEA hilft Brasilien gegen Zika-Mücken

Brasilianische und amerikanische Gesundheitsarbeiter suchen Studienteilnehmer zur Erforschung von Zika. Die IAEA hat einen anderen Ansatz entwickelt und setzt gegen das Virus jetzt Bestrahlungsgeräte in Brasilien ein. Bild: AP

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unterstützt Brasilien im Einsatz gegen Zika-Moskitos – mit einem Bestrahlungsgerät, dass die Fortpflanzung der Mücken verhindert. Brasilien will das Gerät zunächst in 15 Gemeinden einsetzen.

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          Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unterstützt Brasilien im Einsatz gegen Moskitos, die das Zika-Virus verbreiten sollen, mit einem Bestrahlungsgerät. Es soll in einem Programm eingesetzt werden, in dem männliche Insekten durch Bestrahlung sterilisiert und dann in der betreffenden Region freigesetzt werden. Durch diese SIT genannte Technik soll die Population der Insekten eingedämmt werden.

          Stephan Löwenstein

          Politischer Korrespondent für Österreich und angrenzende Länder mit Sitz in Wien.

          Brasilien will sie in 15 Gemeinden mit 750.000 Einwohnern einsetzen, die besonders von Zika betroffen sind. Das wurde nach Angaben der in Wien ansässigen IAEA nach einer Konferenz in Brasília angekündigt, auf der Repräsentanten von zwölf Staaten über den Einsatz von SIT gegen den mutmaßlichen Zika-Überträger, die Gelbfiebermücke (Aedes Aegypti), gesprochen hatten.

          Die Männchen werden sterilisiert

          Das SIT-Programm ist vom Welternährungsprogramm FAO und der IAEA in einem gemeinsamen Forschungslabor nahe Wien ausgearbeitet worden. Dem Grundsatz nach funktioniert es so: Die betreffenden Insekten werden im Labor gezüchtet. Die Männchen werden von den Weibchen getrennt, durch Bestrahlung sterilisiert und dann freigesetzt, damit sie sich mit freilebenden Weibchen paaren, ohne sich zu vermehren.

          Das Gerät für die Anwendung von Kobalt-60-Gammastrahlen wird nach Angaben der IAEA von einem nicht genannten Mitgliedsland bereitgestellt. Die Wiener UN-Agentur besorgt die sichere Auslieferung und soll die Maschine dann einem nichtkommerziellen brasilianischen SIT-Zentrum in Juazeiro in der von Zika besonders hart getroffenen Provinz Bahia auch betreiben.

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