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Hanföl als Wundermittel : Ein Tropfen gegen jedes Wehwehchen

  • -Aktualisiert am

Mittlerweile auch in vielen Drogerien in Deutschland zu haben: Cannabidiol-Öl, hier beim Abfüllen im Labor. Bild: EPA

Nicht nur das Geschäft mit Cannabis als Arznei boomt, sondern auch Hanföle gelten immer häufiger als Wundermittel. Dahinter steckt eine gesellschaftliche Sehnsucht nach simpler Gesundung in aufgerauten Zeiten.

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          Als in Deutschland plötzlich die Rede war von „Cannabis auf Rezept“, von den Segnungen der Hanfpflanze, da wollte Bernd Eggink unbedingt, dass der Stoff auch ihm helfen möge: gegen die Phantomschmerzen, die der Physiker seit mehr als 20 Jahren wegen einer Beinamputation spürte und gegen die nichts anderes je wirklich geholfen hatte. Also ließ Eggink sich ein Cannabis-Mundspray verschreiben und war eine Weile lang euphorisiert. Er konnte andere Medikamente absetzen und hatte seltener Schmerzattacken.

          Er biss aber auch, so sieht Eggink das heute, die Zähne zusammen, weil er unbedingt glauben wollte an die Erzählung vom Cannabis als Retter der unrettbar Kranken. Denn mit der Zeit verflog die Wirkung, sei sie herbeigesehnt oder echt gewesen, und Eggink spürte nur noch, wie er sich schlecht konzentrieren konnte, ihm die Gedanken entglitten. Da entschied er sich für einen letzten Versuch: für ein Öl, das nur den rauschunverdächtigen Bestandteil von Hanf enthält. Egginks Arzt schrieb das Mittel auf, ein Privatrezept, 600 Euro das kleine Fläschchen.

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