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Glyphosat und Schimmelpilze : Diese Haferflocken fallen durch den „Öko-Test“

  • -Aktualisiert am

Haferflocken am besten immer zum Frühstück essen? Lieber nicht, zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie im Auftrag des Verbrauchermagazins „Öko-Test“. Bild: picture alliance / dpa

Haferflocken gelten als gesund. Eine Studie im Auftrag von „Öko-Test“ hat nun bei einigen Marken „stark erhöhte“ Werte von Schimmelpilzgiften nachgewiesen – die das Immunsystem schwächen können.

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          Mit Haferflocken, so meint man, kann man nichts falsch machen. Sie gehören zu den wenigen Lebensmitteln, die als äußerst gesund gelten und für wenig Geld zu haben sind. Sie enthalten Ballaststoffe und halten deshalb lange satt. Die Flocken regen das Wachstum gesunder Bakterien im Darm an und fördern die Verdauung. Sie können sogar blutdrucksenkend wirken und das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfälle vermindern.

          Kim Maurus
          Volontärin.

          Also die Flocken am besten immer zum Frühstück essen? Lieber nicht, zeigen die Ergebnisse einer neuen Studie im Auftrag des Verbrauchermagazins „Öko-Test“. So weisen unter anderem Haferflocken der Eigenmarken von Rewe und Aldi „stark erhöhte“ Werte von Schimmelpilzgiften auf: Mit einer 40-Gramm-Portion Haferflocken täglich, heißt es in dem Bericht, würde ein Erwachsener, der 60 Kilogramm wiegt, bereits die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit festgelegte Toleranzmenge überschreiten. Die Belastung eines fünfzehn Kilogramm schweren Kleinkinds läge den Angaben zufolge bei mehr als einem Vierfachen der tolerierbaren Aufnahmemenge.

          „Toxine können das Immunsystem schwächen“

          „Schimmelpilzgifte in Haferflocken sind natürlich erst einmal eklig, aber eben nicht nur das“, sagt „Öko-Test“-Sprecherin Katja Tölle. „Die gefundenen Toxine können das Immunsystem schwächen und zellgiftig wirken. Und von Haferflocken verspricht man sich ja erst einmal genau das Gegenteil – dass sie gesund sind.“ Akut giftig seien die Haferflocken zwar nicht: „Es ist wie so oft: Die Dosis macht das Gift.“ Gerade aber Haferflocken würden viele Menschen, auch Kinder, täglich essen.

          Anlass zum allgemeinen Boykott von Haferflocken gibt es freilich nicht.
          Anlass zum allgemeinen Boykott von Haferflocken gibt es freilich nicht. : Bild: dpa

          Die drei am stärksten belasteten Produkte, „Golden Breakfast Haferflocken kernig“ (Norma), „Ja! Kernige Haferflocken“ (Rewe) und „Knusperone Kernige Haferflocken“ (Aldi) sollte man Tölle zufolge lieber nicht mehr jeden Tag verzehren. In diesem Fall hat „Öko-Test“ lediglich kernige Haferflocken getestet. Ob die Schimmelpilzgifte sich auch in den „zarten“ Haferflocken der Marken finden, kann „Öko-Test“ daher nicht sagen.

          Der Discounter Norma, der „Golden Breakfast Haferflocken kernig“ vertreibt, hat sein Produkt als Reaktion auf die Ergebnisse bereits aus dem Verkauf genommen. „Rewe und Aldi sollten da dringend nachziehen“, sagt Tölle. Schimmelpilzgifte könnten den Hafer schon auf dem Feld befallen, aber auch erst später, etwa bei der Lagerung. Den Befall zu erkennen liege in der Verantwortung der Hersteller. Sie müssten die befallene Ware aussortieren.

          Erhöhte Werte von Glyphosat

          Laut Tölle findet „Öko-Test“ regelmäßig Schimmelpilzgifte, auch in anderen Lebensmitteln, zuletzt etwa in verarbeiteten Tomatenprodukten, wie Tomatensoße und Tomatenmark. Es sei möglich, so Tölle, dass man die Gifte auch über anderes Getreide, Nüsse, Mais oder Tomaten aufnehme.

          Erhöhte, aber nicht „stark erhöhte“ Giftwerte fand „Öko-Test„ in den Haferflocken der Marke „Jeden Tag Haferflocken kernig“, die unter anderem bei Edeka vertrieben wird. Im Produkt von Norma fanden sich neben den Schimmelpilzgiften auch erhöhte Werte von Glyphosat, das von der Internationalen Krebsforschungsagentur als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird.

          In den beiden Bioprodukten „Davert Großblatt Haferflocken, Bioland“ (Davert) und den „Wurzener Bio Haferflocken kernig“ (Wurzener Nahrungsmittel) wurde das Pestizid Chlormequat in geringen Mengen nachgewiesen. Die Werte seien zwar niedrig, heißt es im Bericht von „Öko-Test“, sie überschritten aber den Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren. Teils würden die Hersteller derzeit die Werte überprüfen.

          Anlass zum allgemeinen Boykott von Haferflocken gibt es freilich nicht: „Öko-Test“ hat insgesamt 29 verschiedene Haferflocken testen lassen. In 18 Fällen vergab „Öko-Test“ das Prädikat „sehr gut“, teils gänzlich ohne Pestizide oder Schimmelpilzgifte festzustellen, teils lediglich Spuren. Zu den besten Marken zählen etwa die Flocken von Alnatura, die Eigenmarken der Drogerieketten Dm und Rossmann und die Bio Haferflocken von Kölln.

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