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Großbritannien : Regierung greift auf alte Impfpäckchen zurück

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Wieder aktuell: ein Londoner Informationsplakat zur Schweinegrippe aus dem Juli 2009 Bild: dpa

Die britischen Gesundheitsbehörden haben einen überraschend starken Anstieg von Erkrankungen mit dem „Schweinegrippe“-Virus H1N1 registriert. Zum Beginn der laufenden Woche meldeten die Krankenhäuser knapp 200 lebensbedrohlich Erkrankte.

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          Die Britische Regierung muss auf Grippeimpf-Päckchen des vergangenen Jahres zurückgreifen, nachdem ein unerwartet starker Anstieg akuter Erkrankungen - überwiegend des „Schweinegrippe“-Virus H1N1 - die Vorräte mit dem aktuellen Impfserum nahezu aufgezehrt hat. Die Gesundheitsbehörden hatten in jüngster Zeit einen überraschend starken Anstieg von Erkrankungen registriert, zum Beginn der laufenden Woche meldeten die Krankenhäuser knapp 200 lebensbedrohlich Erkrankte; 39 Patienten seien seit Oktober an der Grippe gestorben. Zu den Todesopfern zählten auch zwei junge Mütter, die wenige Tage nach ihren Entbindungen an der Grippe erkrankt waren. Die Regierung gab am Mittwoch zu, es gebe „örtlich begrenzte“ Engpässe bei der Versorgung mit dem aktuellen Grippeimpfstoff; insgesamt seien aber noch rund 100.000 Einheiten des Serums vorhanden.

          Am Donnerstag kündigte Premierminister Cameron an, es werde geprüft, ob im Notfall auch das Serum verwendet werden könne, das im vergangenen Jahr zur Eindämmung der Schweinegrippe in millionenfachen Dosen angeschafft, aber dann nicht in dieser Menge benötigt worden war. Dieses Serum sei zwar „etwas verschieden“ vom Impfstoff gegen den aktuellen Grippevirus, könne aber womöglich als Zwischenlösung nützlich sein. Die britischen Gesundheitsbehörden geben an, die Hausärzte im Land hätten in diesem Herbst und Winter insgesamt 14 Millionen Dosen des aktuellen Grippeimpfstoffes bestellt und offenkundig weitgehend verbraucht; die Einwohnerzahl des Vereinigten Königreiches beträgt mehr als 60 Millionen.

          In Deutschland ist möglicherweise ein 53 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Fallingbostel an der Schweinegrippe gestorben. Bei dem Mann sei nach dem Tod eine Infektion mit dem Virus Influenza H1N1 2009 nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Hannover. Der Mann war am Samstag wegen einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen worden. Am Sonntag bekam er eine Lungenentzündung, er starb am Dienstag. Erst am vergangenen Sonntag war bekannt geworden, dass in Göttingen in zwei Todesfällen eine Schweinegrippe-Infektion nachgewiesen wurde, und zwar bei einem dreijährigen Mädchen und einem 51 Jahre alten Mann.

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