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Grippe : Falsches Virus verschickt

  • Aktualisiert am

Keine Anzeichen für eine Ausbreitung des Erregers Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Millionen Menschen fielen 1957 der Asiatischen Grippe zum Opfer: Jetzt hat ein amerikanisches Labor aus Versehen das gefährliche Virus an verschiedene Forschungsinstitute verschickt. Allein in Deutschland bekamen sechs Labore den Erreger per Post.

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          Sechs Labore in Deutschland und Tausende weltweit haben irrtümlich einen hoch gefährliches, tödliches Grippevirus erhalten. Ein amerikanisches Labor habe aus Versehen für einen Routinetest den Erreger der Asiatischen Grippe verschickt, teilte das Robert Koch-Institut am Mittwoch in Berlin mit.

          Die betroffenen Labore in Rheinland- Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern seien informiert und hätten die Proben bereits vernichtet, sagte Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut.

          Keine Anzeichen für die Ausbreitung

          Die Proben des Virus sollten weltweit sofort zerstört werden, sagte der Leiter des Influenzaprogramms der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Klaus Stöhr, in Genf. Seit 1968 sei die Viruswelle abgeebbt. Das Virus könne daher insbesondere Menschen infizieren, die nach 1968 geboren wurden, weil sie keine oder kaum Abwehrkräfte dagegen hätten.

          Bisher gebe es jedoch keine Anzeichen für die Ausbreitung des Erregers, betonte Stöhr. „Das Risiko, daß sich Mitarbeiter der Labors mit dem Virus angesteckt haben, ist relativ gering“, sagte Glasmacher. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Der irrtümlich verschickte Grippevirusstamm H2N2 hatte 1957 eine weltweite Grippe- Pandemie ausgelöst und ein bis vier Millionen Menschen getötet.

          Kanada schlug Alarm

          Insgesamt wurden laut WHO insgesamt 3742 Labore in 18 Ländern der Welt aufgefordert, die Proben des Erregers zu vernichten. Kulturen grassierender Grippeviren werden normalerweise für Tests verschickt.

          In diesem Fall hatte die amerikanische Akademie für Pathologie 2004 und 2005 die Virusproben weltweit ausgesendet, obwohl H2N2 seit 40 Jahren nicht aktiv ist. Ein kanadisches Labor hatte bei sich Spuren von H2N2 entdeckt und vor zwei Wochen Alarm geschlagen.

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