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Gentechnik : Anti-Allergie-Katze „ethisch nicht vertretbar“

  • Aktualisiert am

Hauskatzen für Allergiker: Nur eine Frage der „Entwicklung”? Bild: dpa

Ein Fall von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“? Ein Unternehmen in Kalifornien will eine Anti-Allergie-Katze entwickeln. Wer will, kann das „tierische Produkt“ bereits bestellen.

          Die Pläne einer amerikanischen Firma zur Entwicklung einer Anti-Allergie-Katze sind aus Sicht des hannoverschen Tiermediziners Ingo Nolte unethisch und zudem unrealistisch. „Ich halte es für unglaublich, es erinnert mich wirklich an Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, sagte der Direktor der Klinik für kleine Haustiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Während vermeintlich Tierfreunden ein Dienst erwiesen werden solle, müßten für den Versuch mit unklaren Erfolgsaussichten zahlreiche Katzen in Tierversuchen sterben. Gesundheitliche Folgen für die genmanipulierten Tiere seien zudem nicht absehbar.

          Nolte bezweifelt, daß die Züchtung einer Anti-Allergie-Katze wirklich gelingen könne. Es gebe eine Reihe von Proteinen, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Das Ausschalten eines für eine Katzenallergie zentralenEiweißes reiche nicht aus. „Allergiker reagieren meist gegen mehrere Proteine allergisch und nicht gegen ein einzelnes“, sagte der Tiermediziner. Wenn jemand allergisch auf Katzen reagiere, müsse er eben auf dieses Tier verzichten.

          Bestellungen werden schon angenommen

          Eine amerikanische Firma hatte angekündigt, bis zum Jahr 2007 gentechnisch veränderte Katzen herzustellen, die keine Allergien mehr auslösen. Dazu will das Unternehmen das zentrale Allergie verursachende Protein verringern. Das Eiweiß kommt im Speichel der Katzen vor und gelangt zum Beispiel beim Putzen ins Fell. Das kalifornische Unternehmen nimmt bereits Bestellungen für die Anti-Allergie-Katze entgegen. Der Plan sei lebensverachtend, kritisierte Nolte. „Es ist völlig unvertretbar und mit unserer ethisch-moralischen Auffassung nicht vereinbar.“

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