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Genetik : Auf dem Weg zum Jungbrunnen?

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Der Fadenwurm: Weist er den Weg zum Jungbrunnen? Bild: Max-Planck-Gesellschaft/dpa

Freiburger Forscher haben im Fadenwurm eine genetische Blockade gelöst, die das Altern von Zellen um zwei Drittel verlangsamt. Auch der Mensch dürfte ein solches Blockade-Gen haben.

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          Bei der Erforschung des Alterns haben Freiburger Wissenschaftler eine bedeutende Entdeckung gemacht. Wie die Universität Freiburg am Dienstag mitteilte, fanden die Molekulargenetiker Maren Hertweck und Ralf Baumeister in einem Fadenwurm das Schlüsselgen für die Zellalterung. Nach dem Gen sei in der Forschung weltweit seit Jahren fieberhaft gesucht worden, hieß es.

          Den Angaben zufolge wurde das Gen zur Steuerung der Alterung in dem winzigen Wurm „C. elegans“ entdeckt, der in Garten- und Blumenerde vorkommt. Er gilt seit über zehn Jahren als ideales Forschungsobjekt für die Erforschung von Altersvorgängen, Diabetes und Krebs. Über 60 Prozent seiner Gene sollen mit denen des Menschen verwandt sein.

          Lebensverlängernde Gene aktivieren

          Das Schlüsselgen bildet der Universität zufolge ein Enzym namens „SGK-1“, das unter der Kontrolle des Hormons Insulin steht und normalerweise verhindert, daß der Körper lebensverlängernde Gene aktivieren kann. Die Freiburger Molekulargenetiker manipulierten dieses Enzym und konnten dadurch die Blockade aufheben, so daß die Alterung des Fadenwurms um über zwei Drittel verlangsamt wurde. Die Würmer sollen noch nach zwei Wochen „jung und agil wie junge Tiere“ gewesen sein, obwohl sie nach dieser Lebensdauer normalerweise sterben.

          Die beiden Forscher gehen davon aus, daß der Mensch über ein ähnlich funktionierendes Schlüsselgen verfügt. Sie erhoffen sich von ihrer Arbeit ein besseres Verständnis der Vorgänge des Alterns und dadurch bessere Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten.

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