https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/frauen-sind-doch-nicht-besser-beim-multitasking-16333449.html

Studie : Frauen sind doch nicht besser beim Multitasking

  • Aktualisiert am

„Unser Gehirn ist dafür gemacht, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren“ Bild: dpa

Das weit verbreitete Vorurteil, dass Frauen im Multitasking besser seien als Männer, haben Wissenschaftler auf die Probe gestellt. Die Ergebnisse sind deutlich und ernüchternd – auch für die Männer.

          1 Min.

          Entgegen der weit verbreiteten Annahme sind Frauen nicht generell besser beim Multitasking als Männer. Wissenschaftler um Patricia Hirsch von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen hatten 48 Frauen und ebenso viele Männer Zahlen- und Buchstabentests machen lassen. Das Ergebnis: Mussten sie zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen, arbeiteten beide Geschlechter langsamer und ungenauer, wie die Forscher in der Fachzeitschrift „Plos One“ schreiben. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern war nicht feststellbar.

          In ihrer Untersuchung ließen die Wissenschaftler ihre Probanden auf einem Bildschirm erscheinende Buchstaben als Vokale oder Konsonanten identifizieren. Eine zweite Aufgabe bestand darin, Zahlen als gerade oder ungerade zu bestimmen. Bei einigen Tests mussten sie die zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen, bei anderen schnell von einer auf die andere Aufgabe umschalten. „Unsere Ergebnisse bestätigen nicht das weit verbreitete Vorurteil, dass Frauen im Multitasking besser seien als Männer.“ Die Forscher um Patricia Hirsch schränken aber auch ein: „Die aktuelle Studie lässt keine Rückschlüsse auf Geschlechterunterschiede in anderen Multitasking-Situationen zu.“

          Auch der an der Studie nicht beteiligte Neuropsychologe Lutz Jäncke von der Universität Zürich geht davon aus, dass Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Multitasking gering beziehungsweise gar nicht vorhanden sind. Ein solcher Unterschied würde auch keiner evolutionären Logik folgen. „Multitasking ist etwas, das wir Menschen ausgesprochen schlecht können“, sagt Jäncke. „Unser Gehirn ist dafür gemacht, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Dem Rauche gleich, der stets nach kältern Himmeln sucht.“ So sah sich einst Nietzsche. Aber Otto Normalverbraucher hat es halt gerne warm und gemütlich.

          Heizen mit Holz : Der Qualm der Krise

          Das Gas ist teuer, die Sorgen groß – und nun? Das Naturprodukt Holz aus der Region zu verfeuern, klingt umweltfreundlich und nachhaltig. Tatsächlich ist es aber weder das eine noch das andere.
          Insolvent: Der Schuhhändler Görtz

          Ifo-Index stark gesunken : Die Rezession hat begonnen

          Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft stürzt ab. Es ist völlig unverständlich, warum die Regierung den Unternehmen nicht endlich einen Weg durch die Krise aufzeigt.
          Rückblick ins Heute: Auch wenn „Nullpunkt“ in der Vergangenheit spielt, ist es noch heute aktuell.

          Buch zum Krieg in der Ukraine : Der Hipster-Held an der Front

          Der ukrainische Schriftsteller Artem Tschech ist jetzt Soldat. 2015 wurde er zum ersten Mal einberufen, 2022 noch einmal. Über den alten Krieg hat er ein geniales Buch geschrieben. Sein „Nullpunkt“ ist so literarisch wie aktuell.
          In der EU mit Skepsis betrachtet: Matteo Salvini (Lega), Silvio Berlusconi (Forza Italia) und  Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia, v.l.n.r.) bei der Abschlusskundgebung am Donnerstag in Rom

          Italien und die EU : Gefürchtetes italienisches Triumvirat

          Europaskeptisch, nationalistisch, populistisch: Aus EU-Perspektive stärkt Melonis Abschneiden die Regierungen in Polen und Ungarn. Viele trauern dem scheidenden Ministerpräsidenten Draghi hinterher.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.