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Frauen in der Medizin : Die Bauchdecke offen, die Kita zu

Die Begeisterung für die Medizin ist auch unter Frauen groß. Doch von den vielen Medizinstudentinnen schaffen es nur die wenigsten an den OP-Tisch. Bild: Getty

Im Studium top, in der Klinik chancenlos: Für Frauen ist es immer noch schwer, in der Medizin Karriere zu machen – besonders in der Chirurgie. Das ist nicht nur deprimierend, sondern auch eine Gefahr für die Versorgung.

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          Auf dem Cover der „Health, Medicine & the Body“-Ausgabe der amerikanischen Zeitschrift „The New Yorker“ vom 3. April 2017 blickten den Lesern vier Gesichter hinter weißen OP-Masken entgegen: vier Chirurginnen bei der Arbeit. Keine allzu überraschende Illustration für ein Heft zum Thema Medizin, könnte man meinen. Dennoch erregte das Bild der französischen Illustratorin Malika Favre weltweit Aufsehen. Denn auf Twitter hatte die Chirurgin Susan Pitt, die damals an der University of Wisconsin forschte, zu ei­ner Challenge aufgerufen. Unter dem Hashtag „I look like a surgeon“ (Ich sehe wie eine Chirurgin aus) richtete sie sich an Chirurginnen auf der ganzen Welt und schrieb: „Wo ist euer ,New Yorker‘-Cover?“ Tausende Selfies waren die Antwort. Frauen im OP, die nachstellten, was sie auf dem Titelbild gesehen hatten. Und die nun selbst gesehen werden wollten. Offenbar hatte die Illustration einen Nerv getroffen. Von Ärztinnen, die eine beträchtliche Karriere hingelegt hatten, sich aber offenbar trotzdem nicht genügend beachtet fühlten. Vermutlich, weil sich viele unter einem Chirurgen noch im­mer einen Mann vorstellen. Was, zu­gegebenermaßen, oft auch stimmt.

          Eher Kinderärztin als Chirurgin

          Anna Vollmer
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          In den Statistiken der Deutschen Ärztekammer lässt sich deutlich erkennen, dass bestimmte medizinische Fachrichtungen bei Frauen noch immer beliebter sind als bei Männern – und umgekehrt. Vereinfacht gesagt, werden Frauen tendenziell lieber Gynäkologinnen und Kinderärztinnen als Chirurginnen, Kardiologinnen und Urologinnen. Das „New Yorker“-Cover ist inzwischen fünf Jahre her, doch an der Situation hat sich wenig geändert. Würde es heute noch einmal erscheinen – die Reaktionen wären vermutlich dieselben. Warum ist das so? Und was müsste passieren, damit Bereiche wie die Chirurgie keine Männer­domänen bleiben?

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