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Franziska van Almsick : „Das Element Wasser ist in der Pandemie total unterschätzt worden“

Zwei Bademeister reinigen das große Schwimmerbecken im Hamburger Kaifu-Bad mit Hochdruckreinigern. Ist die Schließung der Bäder eine Gefahr für die Gesellschaft? Bild: dpa

Alle Welt geht laufen, niemand kann schwimmen gehen: Die frühere Profi-Schwimmerin Franziska van Almsick spricht im Interview über die Gefahr geschlossener Bäder und erklärt, warum sie eine Generation von Nichtschwimmern befürchtet.

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          Frau van Almsick, der Laufsport hat in der Corona-Pandemie viele neue Anhänger gewonnen – Schwimmen war wegen geschlossener Bäder dagegen kaum möglich. Wie groß ist der Schaden, der dadurch entstanden ist?

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Er ist immens. Viele verschließen noch die Augen davor, weil es im Moment wichtigere Dinge gibt: Schule, Ausbildung, Lebensunterhalt. Doch die Auswirkungen auf das Schwimmen sind verheerend. Ich gehe davon aus, dass wir eine verlorene Generation von Kindern haben, die das Schwimmen gar nicht lernen. Von älteren Menschen, die sich im Wasser fit und gesund halten, gar nicht zu reden. Das Element Wasser ist in Zeiten der Pandemie total unterschätzt worden. Man hätte da auch anders reagieren können. Viele Schwimmbäder sind sich der Situation bewusst, haben gute Hygienekonzepte entwickelt. Aber in Deutschland bleiben, wenn alles zu ist, eben auch die Bäder zu. Da macht man sich wenig Gedanken, ob es für den ein oder anderen Sport, die ein oder andere Gruppe von Menschen eine Ausnahme geben sollte. Wie soll man das wieder aufholen? Wenn heute ein fünf, sechs Jahre altes Kind in einen Schwimmkurs will, gibt es immens lange Wartelisten. Schon vor der Pandemie hatten viele Kinder nicht mehr die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, weil Wasserflächen fehlen, viele Bäder geschlossen wurden. Jetzt geht es erst recht nicht mehr. Das ist besorgniserregend.

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