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Forschung : Neues Mittel gegen Tuberkulose zugelassen

Der Tuberkulose-Erreger entwickelt immer mehr Resistenzen gegen vorhandene Antibiotika Bild: dpa

Ein neu entwickeltes Antibiotikum soll gegen die multiresistenten Bakterien wirken, die Tuberkulose auslösen. Ärzte versprechen sich bessere Behandlungsmöglichkeiten.

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          Zum ersten Mal seit 1963 hat die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) ein eigens gegen Tuberkulose entwickeltes Medikament zugelassen. Das Antibiotikum Sirturo mit dem Wirkstoff Bedaquilin solle speziell bei Tuberkuloseerkrankungen eingesetzt werden, die von multiresistenten Keimen hervorgerufen wurden, teilte die FDA mit. Die Behandlung der durch Mykobakterien übertragenen Infektionserkrankung wird immer schwieriger, da die Erreger zunehmend Resistenzen gegen die bisherigen Tuberkulostatika entwickeln.

          Lucia Schmidt
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zurzeit dauert die Behandlung einer solchen multiresistenten Tuberkulose zwei Jahre. Dabei müsse der Patient neben Spritzen täglich einen Cocktail verschiedener Tabletten zu sich nehmen, heißt es in einer Stellungnahme der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“. Diese hieß die Zulassung des neuen Medikaments gut, weil die herkömmlichen Behandlungsmethoden nur bei knapp fünfzig Prozent der Patienten erfolgreich seien.

          Der Tuberkuloseerreger wird von Person zu Person durch die Luft übertragen und besiedelt zumeist die Lunge. Nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jedes Jahr auf der Welt etwa neun Millionen Menschen an Tuberkulose. 1,4 Millionen starben 2011 daran. In Deutschland ist Bedaquilin nach Aussage des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nicht zugelassen und darf zurzeit nur in „Härtefällen“ verwendet werden. Diese Regelung gilt zunächst bis Februar.

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