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Interview zu Pornosucht : „Sex ist heute ein Konsumprodukt“

Der Pornokonsum wächst im Lockdown weltweit. Bild: dpa

In ihrer Praxis erlebt Heike Melzer die psychischen und physischen Folgen zwanghaften Pornokonsums. Die Corona-Krise verstärke das Problem, sagt die Sexualtherapeutin.

          5 Min.

          Frau Melzer, Sie befassen sich als Sexualtherapeutin mit der Sucht nach Sexfilmen im Netz. Ist der Pornokonsum nach einem Jahr Corona-Krise gestiegen?

          Leonie Feuerbach
          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Ja, nachweislich. Das sieht man etwa bei Pornhub Insights, also den Statistiken dieser Pornowebsite. Die zeigen, dass es eine zehn- bis zwanzigprozentige Zunahme weltweit bei jedem Lockdown gab. Das ist ja auch klar: Porno ist Entspannung, Belohnung, Ausgleich für alles, was ausfällt: Freunde treffen, essen gehen, Theater, Urlaub. Manche essen mehr – es gibt ja schon den Begriff der Corona-Kilos –, andere konsumieren mehr Pornos. Aber auch vor Corona waren unter den Top-30-Websites in Deutschland fünf pornographische.

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