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Belastete Eier : Das sollten Verbraucher über den Fipronil-Skandal wissen

  • Aktualisiert am

Eier werden im Chemischen Veterinäruntersuchungsamt Krefeld auf Spuren des Insektizids untersucht. Bild: dpa

Fast elf Millionen belastete Eier sollen nach Deutschland ausgeliefert und teilweise schon verarbeitet worden sein. Inzwischen sind neben 15 EU-Staaten auch die Schweiz und Hongkong betroffen. Was sollten Verbraucher beachten?

          Was weiß man bisher über den Skandal?

          Seit dem 31. Juli ist bekannt, dass mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt sind. Mittlerweile schätzt das Bundeslandwirtschaftsministerium, dass es sich um 10,7 Millionen Eier handelt. Bisher sind neben Deutschland auch 14 weitere EU-Länder sowie die Schweiz und Hongkong betroffen. Das teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit.

          Das Fipronil war in einem Reinigungsmittel für Hühnerställe enthalten. Es wurde in Belgien, den Niederlanden und vier Ställen in Niedersachsen verwendet. Zwei Manager der Reinigungsfirma sind festgenommen worden. Inwiefern eine kriminelle Absicht hinter dem Einsatz des Insektizides steckt, ist noch unklar. Auch deutsche Staatsanwälte ermitteln.

          Betroffene Legehennenbetriebe wurden mittlerweile gesperrt. Aldi Nord und Süd haben einen vergangene Woche verhängten Verkaufstopp wieder aufgehoben.

          Vermutlich sind belastete Eier bereits zu anderen Lebensmitteln weiter verarbeitet worden. Dies wird nun umfassend untersucht. Über Lebensmittel mit erhöhtem Fipronilgehalt wird auf dem Portal Lebensmittelwarnung informiert.

          In Kürze soll es eine EU-Krisensitzung geben. Die Kommission steht in der Kritik, weil das EU-Schnellwarnsystem zu spät über die Fipronil-Belastung informiert haben soll.

          Was genau ist Fipronil?

          Fipronil ist ein Insektizid und kommt als Pflanzenschutzmittel oder zum Schutz von Hunden vor Flöhen und Zecken zum Einsatz. Der in den achtziger Jahren in Frankreich entwickelte Wirkstoff ist allerdings auch für Honigbienen in hohem Maße giftig. 2013 hat die Europäische Union daher beschlossen, den Einsatz des Mittels in der Landwirtschaft zu begrenzen. Um Bienenvölker besser zu schützen, darf es zum Beispiel nicht mehr zur Saatgutbehandlung von Mais verwendet werden. Auch alle Tiere, die irgendwann auf dem Teller landen – oder zur Gewinnung von Eiern oder Milch gehalten werden, dürfen nicht damit in Berührung kommen.

          Wie kam das Fipronil in die Eier?

          Das Fipronil war vermutlich in dem Desinfektionsmittel Dega16 enthalten, das von einem Reinigungsunternehmen in den betroffenen Ställen verwendet wurde. Diese Ställe befinden sich hauptsächlich in den Niederlanden und Belgien, aber auch bei vier Haltern in Niedersachsen konnte Fipronil nachgewiesen werden.

          In welche Bundesländer wurden belastete Eier ausgeliefert?

          Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind bislang 13 Bundesländer betroffen: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

          War zunächst von rund drei Millionen belasteten Eier im Bundesgebiet die Rede, so geht das Bundeslandwirtschaftsministerium mittlerweile aber davon aus, dass mindestens 10,7 Millionen Eier, die das Insektizid enthalten, nach Deutschland ausgeliefert worden sind. Neben Deutschland sind unter anderem Dänemark, Österreich, Rumänien, Frankreich und Großbritannien betroffen.

          Welche Auswirkungen hat der Verzehr von belasteten Eiern?

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