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Lange Arbeitswege : Fernpendler sind häufiger psychisch krank

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Etwa jeder Zehnte Arbeitnehmer hat einen Arbeitsweg von über 50 Kilometern. Bild: dpa

Immer mehr Menschen pendeln täglich weite Strecken, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Eine Studie zeigt: Das geht zu Lasten der psychischen Gesundheit.

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          Mit der Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort steigt die Wahrscheinlichkeit für eine psychische Erkrankung. Bei Arbeitnehmern, die mindestens 500 Kilometer zum Arbeitsplatz pendeln müssen, liegt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen um 15 Prozent höher als bei denjenigen, die höchstens zehn Kilometer Arbeitsweg haben, wie eine am Montag veröffentlichte Analyse der AOK zeigt.

          Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) analysierte dafür die Fehlzeiten ihrer erwerbstätigen Mitglieder. Etwas mehr als die Hälfte der über 13 Millionen erwerbstätigen Mitglieder müssen demnach einen Arbeitsweg von bis zu zehn Kilometern zurücklegen (rund 58 Prozent). Etwa jeder Zehnte (10,6 Prozent) muss mehr als 50 Kilometern fahren.

          Bei Beschäftigten, die maximal zehn Kilometer Wegstrecke zum Arbeitsplatz zurücklegen, gab es 2017 demnach durchschnittlich elf Krankschreibungen je hundert Mitglieder aufgrund psychischer Erkrankungen. Bei einer Wegstrecke von mindestens 50 Kilometern waren es bereits zwölf und bei mehr als 500 Kilometern zur Arbeit waren es 12,6 Fälle. Auch die durchschnittlichen Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen stiegen dabei von 2,9 auf 3,4 Fehltage pro AOK-Mitglied.

          Wie die Analyse weiter zeigt, kann ein Wohnortwechsel die Psyche entlasten. Wird die Distanz zum Arbeitsort durch einen Umzug verkürzt, kann die relative Wahrscheinlichkeit von Fehltagen aufgrund einer psychischen Erkrankung demnach um bis zu 84 Prozent reduziert werden.

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